Berühmte Namensträger: Georg

Autoren: Ernö und Renate Zeltner


Die Beliebtheit des Namens, besonders in der Zeit der Kreuzzüge, geht auf die große Verehrung für den heiligen Georg zurück. Die Lebensbeschreibungen dieses Märtyrers sind sehr vage; vermutlich, weil Papst Gelaisus 496 verboten hat, die damals noch bekannten apokryphen Akten über ihn zu lesen. Er soll um 270 in Kappadozien geboren sein und um 305 als Märtyrer unter Kaiser Diokletian den Tod gefunden haben. Wahrscheinlich stammte er aus einer vornehmen Familie, war Soldat und Oberst einer römischen Legion. Er ist während der altrömischen Christenverfolgung als Unbeugsamer zu Tode gefoltert worden. Georgs langes Martyrium war an Grausamkeiten nicht zu überbieten. Bevor er schließlich enthauptet wurde, hat man ihm – so die Überlieferung – Nägel in den Kopf getrieben, ihn in frisch gelöschten Kalk geworfen, auf glühende Schuhe gestellt, mit siedendem Blei Übergossen und ihm angetan, was sich kranke Hirne nur an Scheußlichkeiten einfallen lassen konnten. Die christliche Kirche, vor allem die Ostkirche, hat ihn deshalb zu einem Erz- und Großmärtyrer erhöht.

Die märchenhafte Heiligenlegende vom >Ritter St. Georg< (wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert), in der der Kampf mit dem Drachen den Sieg über den Unglauben symbolisiert, hat diesen Märtyrer so verehrungswürdig gemacht: Ein Drache, der beim libyschen Silena in einem See hauste, dort Land und Wasser unsicher machte, verbreitete Jammer und Schrecken unter den Menschen. Er kam regelmäßig vor die Tore der Stadt und forderte, mit giftigen Dämpfen die Luft verpestend, seine Opfer – erst Schafe und als es für das nimmersatte Untier nicht mehr genug Schafe gab, Menschen – zum Fraß. Das befragte Orakel befahl, die Opfer durch Los zu bestimmen. Nach vielen Söhnen und Töchtern der Stadt fiel eines Tages das Todeslos auf die Königstochter Margarete. Der König weigerte sich, dieses Opfer zu bringen, doch als das verzweifelte Volk ihm drohte, gab er nach und lieferte Margarete aus. Man brachte sie zum Felsen am See, wo das Ungeheuer sich ihrer bemächtigen sollte.

Heiliger Georg
Heiliger Georg

Hoch zu Ross kam dort gerade der Ritter Georg des Weges. Als ihm die weinende Jungfrau ihr Leid klagte, versprach er, sie zu beschützen. Da begann auch schon das Wasser hochzukochen, der mächtige Drache wälzte sich unter schauerlichem Zischen aus den Wogen und kroch auf sein Opfer zu. »Fürchte dich nicht!« rief der Ritter, sprang – sich Gott empfehlend – auf sein Ross und ritt auf den Drachen zu. Er stieß ihm seine Lanze in den Leib und zwang ihn nieder. »Jetzt«  – so befahl der Ritter – »leg deinen Gürtel dem Drachen um den Hals!« Und so zogen sie, den gebändigten Moloch an der Leine, in die Stadt. Als das versammelte Volk die bezwungene Kreatur sah, jubelte es Margarete und Ritter Georg zu. Der versprach, dem blutrünstigen Tier endgültig den Garaus zu machen, wenn das ganze Volk an seinen Gott glauben wolle. Da blieb dem König nichts übrig, als sich mit allen seinen Untertanen taufen zu lassen; der Ritter aber schlug den Drachen tot. Als der König ihn mit Geld und Gold entlohnen wollte, hieß Georg ihn, es unter die Bedürftigen zu verteilen, und er kehrte in sein Land zurück. Dort erlitt er schließlich – wie beschrieben – den Märtyrertod. Im Mittelalter war der Kult um diesen Blutzeugen des Christentums groß. Er wurde zum Patron der Ritterschaft, seit 1222 des englischen Königreichs. Georg ist auch Schutzheiliger der Bauern, der Pfadfinder, der Reiter und Pferde sowie der Soldaten, Waffenschmiede und Wanderer. Und er gehört zu den 14 Nothelfern.

Bei der Riesenzahl von prominenten Trägern des Namens einfach diesen oder jenen herauszugreifen ist schwierig. Fürsten und Könige, Revolutionäre und Präsidenten, Erfinder und Philosophen, Dichter und unsterbliche Künstler trugen den Namen, darunter so mancher, dem sich nachzuahmen lohnt.

Da gibt es allein in England fünf Könige namens George (alle aus dem Haus Hannover beziehungsweise Windsor), in Amerika diverse Präsidenten, die einen von mehr (George Washington), andere (George Bush) von weniger beachtlicher Statur. Georges Danton, dem Revolutionär, setzte Georg Büchner ein literarisches Denkmal, und George Stephenson hat sich um die Eisenbahn ebenso verdient gemacht wie Georg Büchmann um die »geflügelten Worte«. Wort- und gedankenreich war Georg Wilhelm Hegel; Georg Friedrich Händel schrieb unsterbliche Musik, und Georg Bizet hat auch nicht nur den Schlachtruf des Toreros in die Welt hinausgeschmettert. George Orwells Prophezeiung ist nicht in allen Teilen wahr geworden. Und all die anderen Dichter und Autoren namens Georg, George, Giorgio, Jorge, György? Unmöglich, ihre Werke aufzuzählen. Doch könnte man sie lesen.

Berühmte Namensträger von A bis Z

Adam * Adelheid * Adolf * Agathe * Agnes * Albert * Alexander * Alfred * Andreas * Angelika * Anna * Anton * Armin * Arnold * Artur * Attila * August * Barbara * Benedikt * Benjamin * Bernhard * Bertha * Bettina * Boris * Brigitte * Bruno * Caecilia * Carmen * Christian * Christoph * Clara * Claudia * Cornelia * Daniel * David * Diana * Dietrich * Dorothea * Eberhard * Edith * Egon * Eleonora * Elfriede * Elisabeth * Elmar * Emma * Erik * Ernst * Erwin * Eugen * Eva * Felix * Ferdinand * Flora * Florian * Frank * Franz * Friedrich * Gabriel * Gerhard * Gertrud * Gottfried * Gudrun * Günter * Gustav * Hannes * Hedwig * Heinrich * Helena * Helmut * Henriette * Herbert * Hildegard * Hubert * Hugo * Ignaz * Irene * Isabel * Jakob * Joachim * Johannes * Josef * Judith * Julia * Karl * Kaspar * Katharina * Klemens * Konrad * Konstanze * Kurt * Laura * Leonhard * Lieselotte * Lina * Lola * Ludwig * Luise * Lukas * Manfred * Manuel * Margarete * Maria * Marianne * Markus * Marlene * Martin * Matthias * Maximilian * Melanie * Michael * Moritz * Natalie * Nikolaus * Olaf * Oliver * Oskar * Otto * Paul * Peter * Rahel * Rainer * Rebekka * Regina * Reinhold * Renate * Richard * Robert * Roland * Rosa * Rudolf * Ruth * Sabine * Sarah * Sebastian * Siegfried * Siegmund * Sigrid * Simone * Sophie * Stefan * Susanna * Theodor * Therese * Thomas * Tobias * Ulrich * Ursula * Ute * Veronika * Victoria * Volker * Walter * Werner * Wilhelm * Wolfgang * Yvonne * Zita


Damit nicht 5 angelaufen kommen, wenn ich mein Kind rufe.