Die Namenkunde (Onomastik) ist ein vielfältiges Fachgebiet, mit dem sich Philologen, Soziologen und Historiker beschäftigen.


Reform des Namensrechtes im Jahre 1938

Neben vielen Regelungen bei der Namenswahl, die noch heute gültig sind, beinhaltete das NS-Namensrecht verschiedene Instrumente, die der antisemitischen Schikane dienten.


Ein Vorname sagt mehr als 1.000 Worte

Eine Studie am Institut für Psychologie der TU Chemnitz zeigt: Hören wir einen Vornamen, so schlussfolgern wir daraus das Alter der betreffenden Person und darüber letztlich auch deren Attraktivität und Intelligenz:

Aus Angst vor Vorurteilen haben irische Einwanderer in England Ihren Kindern zum großen Teil anstelle der traditionellen irisch-katholischen Namen lieber englisch-protestantische Namen gegeben


Geschichte der Vornamen

Unser heutiger Vorrat an Namen speist sich aus verschiedenen Quellen und wird aus immer neuen Quellen ständig ergänzt.


Namen im alten Rom

Für sein Werk „Römische Geschichte“ hat Theodor Mommsen den Literaturnobelpreis bekommen. Das Thema der Namensgebung im alten Rom hat er dort nicht betrachtet, wohl aber in einer separaten Ausarbeitung, die 1860 veröffentlicht wurde:


Spiegel deutscher Verhaltensmuster

Anhand Ihrer Sammlung von Babynamen des Mansfelder Landes bilanziert die Geisteswissenschaftlerin Yvonne Thormann in einer mehrteiligen Serie die Moden und Vorlieben werdender Eltern in allen Teilen Deutschlands.


Nomen ist Omen

Jürgen Gerhards und Rolf Hackenbroch kommen in ihrer Untersuchung

„Kulturelle Bestimmungsgründe bei der Vergabe von Vornamen“

zu folgenden Ergebnissen:

  • Tradition: Innerhalb von einhundert Jahren nahm der Anteil der Vornamen, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wurden, deutlich ab. Dies verweist auf einen Rückgang verwandtschaftlicher Traditionsweitergabe, der sich über den Zeitraum der letzten einhundert Jahre vollzogen hat.
  • Säkularisierung: Gingen 1894 noch 69% der Vornamen auf Namen christlichen Ursprungs zurück, so waren dies 100 Jahre später nur noch 28% der Namen. Während der Zeit des Nationalsozialismus nahm der Anteil der christlichen Vornamen zwischen 1934 und 1942 überproportional stark ab. Dies kann man auf die antiklerikale Einstellung des politischen Systems zurückführen.
  • Individualisierung: Der Anteil der gemeinsam geteilten Namen nimmt in den letzten einhundert Jahren deutlich ab. Dieser Prozess der Individualisierung scheint schon in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum Abschluss gekommen zu sein. Seit dieser Zeit ist der Anteil der gemeinsam geteilten Namen nahezu konstant geblieben.
  • Globalität: Der Anteil der Vornamen aus anderen Kulturen als dem christlich- deutschen Kulturkreis hat bis zur heutigen Zeit deutlich zugenommen. Dies trifft insbesondere auf die Zeit seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu. So stieg der Teil der Vornamen, die aus dem nicht christlichen oder dem nicht deutschen Kulturkreis stammen, von 23% 1984 auf über 65% im Jahre 1994.
  • Schichtspezifische Unterschiede: Neue Namen, die von den oberen Schichten eingeführt werden, werden über die Zeit von den unteren Schichten übernommen. Die Ergebnisse verweisen darauf, dass Vornamen eine der Möglichkeiten darstellen, um soziale Zuordnung und soziale Abschließung hervorzubringen und zu verdeutlichen.

Erfahren Sie mehr über die Rahmenbedingungen dieser Untersuchung.


Erna kommt bald wieder

Wie erklärt sich der Siegeszug von Paul und Sophie?
Eine Studie von Jürgen Gerhards geht der Frage nach, was die Lieblingsvornamen der Deutschen über den Zustand der Gesellschaft aussagen. Als Buch veröffentlicht: Die Moderne und ihre Vornamen.


Vornamen und Karriere


siehe auch: