Berühmte Namensträger: Helene und Helena

  • Bedeutung und Häufigkeitsstatistik der Namen Helena und Helene

Wer Näheres über eine heilige Schutzpatronin wissen möchte, ist mit der »frommen Helene« von Wilhelm Busch sicher auf dem Holzweg, denn deren böses Ende kam nicht von ungefähr. Die wahrhaft heilige Helene war römische Kaiserin und Mutter des Kaisers Konstantin, der das Christentum in seinem Reich zur Staatsreligion gemacht hat. Sie wurde zur Stifterin zahlreicher Kirchen auch auf deutschem Boden (unter anderem in Trier, Köln, Bonn). Die Legende berichtet, daß sie auf ihrer Pilgerfahrt nach Jerusalem mit detektivischem Spürsinn das Kreuz Christi gefunden hat. Deshalb wird sie auch bei der Aufdeckung von Diebstählen gern als Patronin angerufen. Doch nimmt sie sich nicht nur erfolgloser, aber gläubiger Kriminalisten an, sondern steht auch Färbern und Nagelschmieden nach Wunsch zur Seite.

Eine Heilige war sie nicht, und doch hat sie in ihrem langen, aufregenden Leben unvorstellbare Wunder vollbracht. Der blinden und tauben Helen Adams Keller ist es gelungen, ihre sensorischen Fähigkeiten zu so wunderbarer Perfektion zu entwickeln, daß sie die herrliche Stimme einer berühmten Sängerin hören konnte, indem sie die Fingerspitzen auf ihre Kehle legte. Sie berührte das Gesicht von Präsident Dwight D. Eisenhower und wußte es anschließend so genau zu beschreiben, daß man danach ein Fahndungsfoto hätte anfertigen können – heißt es. Die Bewegungen und Rhythmen von Martha Graham’s Dance Company (»Modern Dance«) erfühlte sie, indem sie ihre Hände auf die Bühnenbretter legte. Und bei Berührung des Radios erklang auch für ihre tauben Ohren Musik. Helen Keller (1880-1968) verlor als Kleinkind durch eine heimtückische Krankheit die Fähigkeit zu sehen und zu hören. Auch das Sprechen verlernte sie wieder. Zu ihrem Glück konnten sich die einsichtigen Eltern für das eigensinnige, jähzornige Kind eine Erzieherin leisten, die Helens Intelligenz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten behutsam weckte und förderte und ihr über Jahrzehnte zur Seite stand. Sie »buchstabierte« ihr die ersten Wörter in die Hand und begleitete sie später ins College und auf die Universität. Helen promovierte cum laude und wurde als Verfasserin mehrerer Bücher ebenso berühmt wie durch ihre unermüdliche Tätigkeit als Inspektorin der Blinden- und Taubstummenanstalten in den USA. Die für die sozialistische Bewegung engagierte Frau gewann auf ihren vielen Reisen in die ganze Welt einflußreiche Persönlichkeiten für ihr Anliegen. Mark Twain und Robert Louis Stevenson unterstützten sie ebenso wie Andrew Carnegie und mehrere amerikanische Präsidenten. So half sie, Blinden und Taubstummen, die das Gesetz in ihrer eigenen Jugendzeit noch ganz offiziell als »Idioten« diffamiert hatte, das Tor zur Welt der Sehenden und Hörenden ein Stück weit zu öffnen.

Jenseits aller Heiligkeit und jeglichen sozialen Engagements hat es eine Unternehmerin zu Erfolg und Reichtum gebracht, der solches nicht an der Wiege gesungen worden war. Helena Rubinstein (1882-1965), in Polen geboren, war zunächst in Australien, England, Frankreich und schließlich in New York aktiv. Claire Göll, die deutsche Schriftstellerin, die mit ihrem Mann Ivan Göll in Paris lebte und sich wie auch andere literarische Größen (zum Beispiel Mallarmé und die Colette) mit dem Schreiben von Werbetexten über Wasser hielt, hat vom unbeschreiblichen Geiz der Erfolgreichen berichtet, wenn es um Kleinigkeiten ging; auch ihre Angestellten hatten bei ihr nichts zu lachen. Helena Rubinstein »warf aber das Geld zum Fenster hinaus, wenn es darum ging, ihren Größenwahn zu befriedigen. Bei ihren Empfängen hätte man in Champagner baden und den Kaviar mit Schöpflöffeln essen können, aber im Laden wurde jede Puderdose schärfer kontrolliert als das Morphium beim Apotheker.« In ihrem Haus in Paris verkehrten nicht nur Fürsten und königliche Hoheiten, sondern auch die Crème der Intellektuellen- und der Kunstszene. Maler suchten hier einen Sammler, Schauspieler einen Produzenten oder Regisseur, Schriftsteller ihren Verlag. Helena Rubinstein thronte inmitten all der Prominenz und dachte doch nur an den Vertrieb ihrer Cremetöpfe und Lippenstifte. An ihre heilige Namenspatronin wird sich Helena Rubinstein wohl allenfalls erinnert haben, wenn es um Ladendiebstahl ging.

Von Ernö und Renate Zeltner

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Berühmte Namensträger von A bis Z

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