Berühmte Namensträger: Christoph

Der Name Christoph war dank dem in der östlichen wie in der westlichen Kirche verehrten legendären Heiligen schon im Mittelalter sehr verbreitet. Die Christophorus-Legende – sie geht auf die mittelalterliche, in lateinischer Sprache verfaßte >Legenda aurea< zurück – besagt, daß der Riese Reprobus aus Kanaa Christus in Kindsgestalt durch einen tiefen Fluß trug und so zu seinem Namen gekommen ist. Der bekehrte Christophorus, soviel ist historisch gesichert, starb vermutlich unter dem oströmischen Kaiser Decius (um 250) in Kleinasien den Märtyrertod. Der Heilige, einer der 14 Nothelfer, wird als Schutzpatron der Schiffer, Fuhrleute und Autofahrer verehrt. Der das Christuskind auf den Schultern tragende Riese mit dem Stab ist in der bildenden Kunst seit dem Mittelalter ein beliebtes Motiv. Die Kirche feiert sein Fest am 24. Juli.

Den heute wieder recht beliebten Namen trugen Grafen, Herzöge, skandinavische Könige. Berühmtester Träger war ein Großer der Weltgeschichte, Christoph Kolumbus, Entdecker der Neuen Welt.

»Umkehren!« ruft einer der mutigeren Matrosen. »Umkehren?« schreit ein zweiter. »Verrecken werden wir in dieser gottverlassenen Gegend, alle! Seit Tagen schippern wir im Kreis, immer auf demselben Fleck.« Ein dritter Seemann mit gedämpfter Stimme: »Hier soll kein Wind mehr sein. Und ohne Wind gibt es kein Vor und kein Zurück.« »Ja«, ruft der erste, »von hier geht es geradewegs zur Hölle hinab!« Der Quartiermeister hat an die murrende Mannschaft Wein ausgeben lassen, nachdem es dem Admiral nicht mehr gelingen will, den Mannen Vertrauen einzuflößen, die Mutlosigkeit in Angst und die Angst in eine Meuterei umzuschlagen droht. Aber die Stimmung läßt sich nicht wenden. Alle Hoffnung, westwärts ins märchenhaft reiche Morgenland zu gelangen, ist dahin.

Christoph Columbus

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus, der Kapitän und Admiral, ist der einzige, den die Zuversicht noch nicht ganz verlassen hat. Im Glauben an die Kugelform der Erde hat er den König von Spanien davon überzeugt, daß er den neuen Weg nach China und Japan finden wird und damit eine kürzere und weniger gefährliche Route, die nicht mehr um das afrikanische Kap herumführt. So bleibt er unbeirrbar dabei: »Wir müssen weiter, weiter gen Westen!«
Der Verband der drei Schiffe, Santa Maria, Nina und Pinta, hat mit Hilfe des Passatwindes nun bald tausend Meilen zurückgelegt, seit er am 3. August 1492 von Spaniens Küste in See stach. 62mal ist die Sonne seither auf- und untergegangen, und noch immer nichts als Wasser und Himmel, noch immer kein Land in Sicht …

»Wind kommt auf!« hallt es freudig vom Deck zu den Mannschaften hinunter – ein Hoffnungsruf für alle Zweifler. Die schlaffen Segel blähen sich wieder, es geht voran. Als nach Tagen die Stimmung erneut zu sinken droht, wird ein Schwärm Vögel gesichtet. Doch sie entschwinden den hoffnungsfrohen Blicken der Seeleute bald wieder, und auch den Beherzten unter den Männern sinkt der Mut. Tage ohne einen Hoffnungsschimmer. Verzweiflung und Wut der Verzagten machen sie nun unberechenbar, das Schicksal der ganzen Unternehmung scheint besiegelt, auch das Leben des Admirals ist in höchster Gefahr.

Doch dann geschieht etwas. Die Wellen spülen einen Zweig mit roten Beeren heran – ein untrügliches Zeichen, daß Land in der Nähe ist. Erregung packt die Mannschaften aller drei Schiffe. Bei Sonnenuntergang werden die Wachen verdoppelt. Christoph Kolumbus selbst verläßt das Deck nicht mehr. Zwei Stunden vor Mitternacht – so steht es im Logbuch – erspäht er in der Ferne für kurze Zeit einen Lichtschein. Keinen vom Schiffsvolk hält es in dieser Nacht in der Koje. Niemand will den Augenblick verschlafen, der einmal in die Weltgeschichte eingehen wird. Endlich, zwei Uhr morgens (am 12. Oktober 1492), kracht auf dem Begleitschiff Pinta ein Kanonenschuß. Das vereinbarte Zeichen. »Land! Land in Sicht!« hallt es von den Decks aller drei Segler übers Meer. Man fällt sich in die Arme. Die bärtigen Männer schluchzen und lachen. Es ist geschafft!

Der aus Genua stammende Christoph Kolumbus (1446-1506), der in spanischen Diensten stand, landete auf seiner vermeintlichen Reise nach China und Indien auf der Bahamainsel San Salvador (Guanahani), kam dann nach Kuba und Haiti und gründete als Vizekönig spanische Kolonien. Später unternahm er weitere Entdeckungsreisen nach Süd- und Mittelamerika. Er starb, ohne die Tragweite seiner Entdeckung zu kennen und zu wissen, daß er einen Weltteil entdeckt hatte – er glaubte nämlich immer noch, nur eine neue Handelsstraße in den Orient gefunden zu haben.

Von Ernö und Renate Zeltner

Berühmte Namensträger von A bis Z

Adam * Adelheid * Adolf * Agathe * Agnes * Albert * Alexander * Alfred * Andreas * Angelika * Anna * Anton * Armin * Arnold * Artur * Attila * August * Barbara * Benedikt * Benjamin * Bernhard * Bertha * Bettina * Boris * Brigitte * Bruno * Caecilia * Carmen * Christian * Christoph * Clara * Claudia * Cornelia * Daniel * David * Diana * Dietrich * Dorothea * Eberhard * Edith * Egon * Eleonora * Elfriede * Elisabeth * Elmar * Emma * Erik * Erwin * Eugen * Eva * Felix * Ferdinand * Flora * Florian * Frank * Franz * Friedrich * Gabriel * Georg * Gerhard * Gertrud * Gottfried * Gudrun * Günter * Gustav * Hannes * Hedwig * Heinrich * Helena * Helmut * Henriette * Herbert * Hildegard * Hubert * Hugo * Ignaz * Irene * Isabel * Jakob * Joachim * Johannes * Josef * Judith * Julia * Karl * Kaspar * Katharina * Klemens * Konrad * Konstanze * Kurt * Laura * Leonhard * Lieselotte * Lina * Lola * Ludwig * Luise * Lukas * Manfred * Manuel * Margarete * Maria * Marianne * Markus * Marlene * Martin * Matthias * Maximilian * Melanie * Michael * Moritz * Natalie * Nikolaus * Olaf * Oliver * Oskar * Otto * Paul * Peter * Rahel * Rainer * Rebekka * Regina * Reinhold * Renate * Richard * Robert * Roland * Rosa * Rudolf * Ruth * Sabine * Sarah * Sebastian * Siegfried * Siegmund * Sigrid * Simone * Sophie * Stefan * Susanna * Theodor * Therese * Thomas * Tobias * Ulrich * Ursula * Ute * Veronika * Victoria * Volker * Walter * Werner * Wilhelm * Wolfgang * Yvonne * Zita