Berühmte Namensträger: Erwin

Ein vorbildliches Leben in Demut und Gebet hat Abtbischof Erwin im belgischen Hennegau zum Heiligen prädestiniert. Er lebte im 8. Jahrhundert, und sein Namenstag ist der 25. April.

Aus der Hochzeit des Mittelalters sind Nachrichten über Erwin von Steinbach (um 1244-1318) auf uns gekommen. Er wird in einer in ihrer Echtheit nicht ganz gesicherten Urkunde aus dem Jahr 1284 als Werkmeister des Münsters zu Straßburg genannt. Daß er Erwin hieß, scheint gewiß, doch der aristokratisierende Zusatz von Steinbach stammt erst aus dem 17. Jahrhundert. Auch wenn ihm Goethe in romantischem Überschwang das gesamte Bauwerk zugeschrieben hat (>Von deutscher Baukunst<, 1773), so dürfte Erwin von Steinbach »nur« der Schöpfer der berühmten Westfassade (ohne die später entstandenen Obergeschosse) gewesen sein.

Doch reißen wir uns von einem der großartigsten Werke der gotischen Dombaukunst und seinem Meister los und machen wir – in Ermangelung sonstiger erwähnenswerter Namensträger – einen Riesenschritt aus mittelalterlicher Romantik in die ganz und gar nicht idyllische Gegenwart unseres Jahrhunderts. Erwin Rommel, geboren 1891 im Württembergischen, trat noch zu Kaisers Zeiten in die Armee ein, nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil und wurde – nachdem er mehrere Jahre an der Infanterieschule Dresden gelehrt hatte – 1933 zum Major befördert. Zu einer Begegnung mit Hitler kam es 1935. Rommels Buch >Infanterie greift an< soll Hitler den Soldaten zur Lektüre empfohlen haben. 1940 tat Rommel bereits Dienst als Kommandeur einer Panzerdivision, die im Feldzug gegen Frankreich eingesetzt war. Seit 1941 befehligte er das Afrika-Korps. Als der legendäre »Wüstenfuchs« ist er in die Kriegsgeschichte eingegangen; nach deutschen Anfangserfolgen in Afrika kam es 1943 zur Kapitulation. Doch schon vorher wurde Rommel zurückbeordert. 1944 ging er als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B nach Frankreich. Albert Speer, der Hitler als Architekt, Generalbauinspektor und Rüstungsminister diente, hat in seinen >Erinnerungen< geschrieben, daß Rommel schon relativ früh die Gefahr erkannte, die an der Westfront durch eine Landung der Alliierten drohte. Doch mit Warnungen und Vorschlägen zum Bau »wirksamer Sperren und Hindernisse« entlang der gesamten Atlantikküste stieß er bei Hitler auf taube Ohren. Die in Küstennähe auf Äckern und Wiesen in den Boden gerammten Holzpfähle nannten die Landser »Rommelspargel«. Speer erinnert sich an eine Szene vor Hitlers Bunker im ostpreußischen Hauptquartier:

Rommel war höflich, aber distanziert, er vermied auf beinahe auffällige Weise die Anrede >mein Führer<. Er hatte sich bei Hitler den Ruf eines Fachmanns erworben, war in seinen Augen zu einer Art Spezialist bei der Bekämpfung westlicher Offensiven geworden. Nur daher nahm er Rommels Kritik ruhig entgegen.

Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 begann die alliierte Landung in der Normandie. Am 17. Juni nach einem Besuch in Frankreich, von dem er noch am selben Tag auf den Obersalzberg zurückkehrte, konstatierte Hitler gereizt:

Rommel hat seine Nerven verloren, er ist ein Pessimist geworden. Heute können nur Optimisten etwas erreichen.

Erwin Rommel ist die Bewunderung und der Respekt für den »Führer« wohl zu spät und unter dem Zwang der sich überstürzenden Ereignisse ausgetrieben worden. Am 15. Juli 1944 schickte er ein Fernschreiben an Hitler:

Die Truppe kämpft allerorts heldenmütig, jedoch der ungleiche Kampf neigt sich dem Ende entgegen. Ich muß Sie bitten, die Folgerungen aus dieser Lage unverzüglich zu ziehen.

Am 20. Juli 1944 kam es zum Attentat auf Hitler. Rommel wurde nach den Verhören und Hinrichtungen der Attentäter mit den Verschwörern um Stauffenberg in Zusammenhang gebracht. Am 14. Oktober 1944 erreichte ihn ein Telegramm Hitlers mit der Aufforderung, Selbstmord zu begehen. Der »Held von El Alamein« ist ihr in einem letzten Akt des Gehorsams und der Verzweiflung – die Alternative war ein Hochverratsprozeß – unverzüglich nachgekommen. Er wurde mit allen militärischen Ehren, die der nationalsozialistischen Wehrmacht zu Gebote standen, am 17. Oktober 1944 begraben.

Von Ernö und Renate Zeltner

Berühmte Namensträger von A bis Z

Adam * Adelheid * Adolf * Agathe * Agnes * Albert * Alexander * Alfred * Andreas * Angelika * Anna * Anton * Armin * Arnold * Artur * Attila * August * Barbara * Benedikt * Benjamin * Bernhard * Bertha * Bettina * Boris * Brigitte * Bruno * Caecilia * Carmen * Christian * Christoph * Clara * Claudia * Cornelia * Daniel * David * Diana * Dietrich * Dorothea * Eberhard * Edith * Egon * Eleonora * Elfriede * Elisabeth * Elmar * Emma * Erik * Erwin * Eugen * Eva * Felix * Ferdinand * Flora * Florian * Frank * Franz * Friedrich * Gabriel * Georg * Gerhard * Gertrud * Gottfried * Gudrun * Günter * Gustav * Hannes * Hedwig * Heinrich * Helena * Helmut * Henriette * Herbert * Hildegard * Hubert * Hugo * Ignaz * Irene * Isabel * Jakob * Joachim * Johannes * Josef * Judith * Julia * Karl * Kaspar * Katharina * Klemens * Konrad * Konstanze * Kurt * Laura * Leonhard * Lieselotte * Lina * Lola * Ludwig * Luise * Lukas * Manfred * Manuel * Margarete * Maria * Marianne * Markus * Marlene * Martin * Matthias * Maximilian * Melanie * Michael * Moritz * Natalie * Nikolaus * Olaf * Oliver * Oskar * Otto * Paul * Peter * Rahel * Rainer * Rebekka * Regina * Reinhold * Renate * Richard * Robert * Roland * Rosa * Rudolf * Ruth * Sabine * Sarah * Sebastian * Siegfried * Siegmund * Sigrid * Simone * Sophie * Stefan * Susanna * Theodor * Therese * Thomas * Tobias * Ulrich * Ursula * Ute * Veronika * Victoria * Volker * Walter * Werner * Wilhelm * Wolfgang * Yvonne * Zita