Berühmte Namensträger: Bettina

Bettina von Arnim

Bettina von Arnim

Als eine der berühmtesten Trägerinnen des Namens kann die Schriftstellerin Bettina (eigentlich Anna Elisabeth) von Arnim gelten, Schwester des Clemens von Brentano und Ehefrau Achim von Arnims – beide bedeutende Dichter und Literaten der deutschen Romantik.

Die Frankfurter Großkaufmannstochter und Enkelin der schreiblustigen Erzählerin Sophie von La Roche, von der sie erzogen wurde, kam über die Großmutter schon früh mit literarischen Kreisen in Berührung. Sie verkehrte auch im Haus von Goethes Mutter, die ihr Geschichten aus der Jugend ihres Sohnes erzählen mußte. Mit 19 Jahren erglühte sie in schwärmerischer Liebe für den nicht mehr jungen Dichterfürsten von Weimar, der sich gerade mit Christiane Vulpius vermählt hatte, und begann eine zumeist einseitige Korrespondenz mit ihm. Später lernte sie Goethe auch persönlich kennen und überfiel ihn mit ihrer ungezügelten und hemmungslosen Zuneigung: »Nun flog ich ihm an den Hals … ich schlief an seiner Brust ein; und da ich aufgewacht war, begann ein neues Leben«, schreibt sie selbst in romantischem Überschwang über die Begegnung in >Goethes Briefwechsel mit einem Kinde<. Auf der Reise nach Weimar besuchte Bettina in Dresden auch ihren Dichterfreund Tieck, dem sie, auf der Stuhllehne reitend, keck anvertraut haben soll: »Weischt Du, Tieck, vom Goethe muß ich um jeden Preis ein Kind haben – das muß ein Halbgott werden!« Goethe ging die zudringliche Schwärmerei schließlich auf die Nerven, und er brach die Verbindung zu Bettina für längere Zeit ab. Der oben erwähnte Goethe-Briefroman, den die Schreiberin nach Goethes Tod verfaßte, enthielt halb erdichtete, halb authentische Korrespondenz und wurde von den Zeitgenossen begeistert aufgenommen – damals hielt man alle diese Briefe für echt. Das Werk sollte eine Verneigung vor dem Dichterfürsten sein, der Erlös daraus der Finanzierung eines von Bettina entworfenen (von Steinhäuser ausgeführten) Goethe-Denkmals dienen. Auf ihrem Entwurf thronte der Dichter in antiker Monumentalität über einer Psyche – in dem Nackedei hat Frau von Arnim sich offenbar selbst verewigen wollen. Eine Zeitgenossin und Hofchronistin berichtet über sie und das ominöse Denkmal:

Eines Tages kam der Koloß in Weimar an. Es wurden Holzschienen durch die Stadt, vom Bahnhof nach dem Park, gelegt, denn er mußte im Tempelherrenhaus untergebracht werden, bis das geplante Museum fertig war. Sechs Ochsen zogen tagelang – nächtelang – das hölzerne Haus, in dem die Statue saß, durch die Straßen. Endlich stand sie in dem Saal zu ebener Erde, und die Weimarer wallfahrten dahin, um sie zu sehen … Meine Mutter hat darüber aufgezeichnet: >Bettina kam nach Weimar und forderte mich auf, sie an das Tempelherrenhaus zu begleiten … sie fuhr wie ein kleiner Drache um das Bild her – ,Das soll mein Goethe sein! – das meine Psyche? Schäme dich, Steinhäuser, und komme mir nicht unter die Augen – solch ein Monstrum und solch einen Knirps soll ich erdacht haben!’… Bettina schimpfte, bis wir in die Stadt kamen.<

Um mit der geschilderten Episode kein falsches Bild von der geistreichen Frau zu vermitteln, muß noch erwähnt werden, daß Bettina von Arnim keineswegs nur die ich-bezogene romantische Schwärmerin war, sondern neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit am politischen Leben regen Anteil nahm; sie stand mit vielen Geistesgrößen und mit berühmten Künstlern in Verbindung (nach dem Tod ihres Mannes unterhielt sie in Berlin einen literarischen Salon). Auch als Verfechterin der Frauenemanzipation hat sie eine Rolle gespielt und viel soziales Engagement gezeigt.

Von Ernö und Renate Zeltner

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