Berühmte Namensträger: Maximilian

Von Ernö und Renate Zeltner


Näher als die drei anderen Heiligen dieses Namens – Maximilian von Cilli (Namenstag 12. Oktober), Maximilian von Antiochien (Namenstag 21. August) und Maximilian von Tebessa (Namenstag 12. März) – steht uns Heutigen Pater Maximilian Kolbe (1894 bis 1940), der Märtyrer, der im Todeslager Auschwitz als Stellvertreter für einen Familienvater den Tod auf sich nahm. Der Franziskanerpater wurde 1982 heilig gesprochen. Sein Namenstag ist der 14. August.

Kein Wunder, dass in unserem Zeitalter der Superlative »der Größte«, Maximilian eben, wieder sehr gefragt ist. Trugen den Ehrfurcht gebietenden Namen lange Zeit vor allem Aristokraten österreichischer und bayerischer Herkunft, so sind doch seit dem 19. und auch im 20. Jahrhundert zahlreiche »bürgerliche« Prominente auszumachen, die Max oder Maximilian hießen. Sie bilden eine stattliche Galerie großer Geister, die Wissenschaftler Max Weber, Max Planck und Max von Laue, die bildenden Künstler Max Liebermann, Max Beckmann, Max Pechstein, Max Ernst, die Musiker Max Reger und Max Bruch, die Schriftsteller und Literaten Maximilian Harden, Max Brod, Max Frisch, die Schauspieler und Theaterleute Max Pallenberg, Max Reinhardt, Maximilian Schell.

Maximilian I.
Maximilian I., Porträt von Albrecht Dürer, 1519

Und dennoch taucht angesichts dieses klangvollen Namens in vielen Köpfen als erstes das eindrucksvolle Dürer-Porträt eines Herrschers auf. Maximilian I., römischer König und erster »Erwählter römischer Kaiser« (1493-1519), war in der langen Ahnenreihe meist recht farbloser Habsburger eine besonders starke und schillernde Persönlichkeit. Sein Vater, Kaiser Friedrich III., hatte weniger durch staatsmännische Leistung und Gedankenreichtum als durch geschickte Heiratspolitik beträchtlich dazu beigetragen, dass im Habsburgerreich jahrhundertelang buchstäblich »die Sonne nicht unterging«. Zielstrebig und mit Zähigkeit brachte er es fertig, seinen Sohn mit Maria von Burgund, der reichsten Erbin Europas, zu vermählen. Dass Maximilian und Maria auch noch glücklich miteinander wurden, war nur ein Sahnehäubchen in der unendlichen Heiratsgeschichte des Hauses Habsburg. Das Eheglück der beiden dauerte allerdings nicht lange, die schöne Maria starb nach einem Jagdunfall, nicht ohne vorher dem Gatten zwei kräftige Habsburger geboren zu haben. Mit diesem Pfund konnte nun Maximilian seinerseits wuchern. Seine Tochter Margarete – vorübergehend mit dem französischen Dauphin verlobt – wurde schließlich mit dem spanischen Thronfolger Juan vermählt, Maximilians Sohn Philipp, den man »den Schönen« nannte, heiratete auf Geheiß des Vaters Johanna von Spanien; sie ist als »die Wahnsinnige« in die Geschichte eingegangen. Maximilian durfte erleben, dass seine Hausmacht, der er durch seine zweite Heirat mit der steinreichen Bianca Sforza zu einer Auffrischung der Finanzen verholfen hatte, nicht nur um das reiche Burgund und die Niederlande, sondern auch um Spanien erweitert wurde.

Zwar bezeichnete seine energische Tochter Margarete nach dem Tod Juans von Spanien und eines weiteren Gatten ihre Mission zur territorialen Reichserweiterung als erfüllt, aber sie erwies sich als außerordentlich tüchtig bei der Verwaltung der Niederlande und der Erziehung von Nichten und Neffen. Außerdem verwöhnte sie ihren Vater mit liebevollen Briefen und Päckchen voll mit Süßigkeiten, feinen Pasteten und Handarbeiten. Für eine dieser Sendungen hat sich der Kaiser so bedankt:

Ich bekam … die feinen Hemden und die Leinenwäsche, zu deren Herstellung Ihr selbst beigetragen habt und über die Wir hocherfreut sind, hauptsächlich weil … Ihr dabei an uns gedacht habt. Und wenn Wir in diesem Jahre unsere Rüstung tragen, die so drückend und schwer ist, wird Unserem Herzen das gute Gefühl und die Weichheit dieser feinen Wäsche wohltun, die die Engel im Paradiese wohl auch als Gewandung verwenden dürften.

Nur mit Heiraten und ganz ohne Kriege und Scharmützel ist es natürlich auch bei Maximilian nicht abgegangen, allerdings hatte er unter ständiger Ebbe in seiner Kriegskasse zu leiden. Um dem chronischen Mangel abzuhelfen, fasste er eines Tages sogar den kuriosen Plan, sich zum Papst wählen zu lassen, nachdem auch seine zweite Frau gestorben war. Doch dazu kam es nicht, weil Papst Julius II. trotz langen Siechtums gehässigerweise nicht sterben wollte.

Berühmte Namensträger von A bis Z

Adam * Adelheid * Adolf * Agathe * Agnes * Albert * Alexander * Alfred * Andreas * Angelika * Anna * Anton * Armin * Arnold * Artur * Attila * August * Barbara * Benedikt * Benjamin * Bernhard * Bertha * Bettina * Boris * Brigitte * Bruno * Caecilia * Carmen * Christian * Christoph * Clara * Claudia * Cornelia * Daniel * David * Diana * Dietrich * Dorothea * Eberhard * Edith * Egon * Eleonora * Elfriede * Elisabeth * Elmar * Emma * Erik * Ernst * Erwin * Eugen * Eva * Felix * Ferdinand * Flora * Florian * Frank * Franz * Friedrich * Gabriel * Georg * Gerhard * Gertrud * Gottfried * Gudrun * Günter * Gustav * Hannes * Hedwig * Heinrich * Helena * Helmut * Henriette * Herbert * Hildegard * Hubert * Hugo * Ignaz * Irene * Isabel * Jakob * Joachim * Johannes * Josef * Judith * Julia * Karl * Kaspar * Katharina * Klemens * Konrad * Konstanze * Kurt * Laura * Leonhard * Lieselotte * Lina * Lola * Ludwig * Luise * Lukas * Manfred * Manuel * Margarete * Maria * Marianne * Markus * Marlene * Martin * Matthias * Melanie * Michael * Moritz * Natalie * Nikolaus * Olaf * Oliver * Oskar * Otto * Paul * Peter * Rahel * Rainer * Rebekka * Regina * Reinhold * Renate * Richard * Robert * Roland * Rosa * Rudolf * Ruth * Sabine * Sarah * Sebastian * Siegfried * Siegmund * Sigrid * Simone * Sophie * Stefan * Susanna * Theodor * Therese * Thomas * Tobias * Ulrich * Ursula * Ute * Veronika * Victoria * Volker * Walter * Werner * Wilhelm * Wolfgang * Yvonne * Zita


Damit nicht 5 angelaufen kommen, wenn ich mein Kind rufe.