Erna

Weiblicher Vorname

Ihre besten Zeiten erlebte Erna zwischen 1890 und 1920. Im Jahr 1901 schaffte sie es das erste und einzige Mal auf die Pole-Position deutscher Mädchennamen. 1927 wurde noch eine Schildkröt-Puppe nach ihr benannt. Ende der 30er reichte es immerhin noch für die Top 100. Seit 1960 gibt es fast keine Neugeborenen mehr, die Erna heißen.

Erna Häufigkeitsstatistk

Häufigkeitsstatistk des Namens Erna

Herkunft und Bedeutung

Erna ist ein Kurzform von Ernesta, was wiederum die weibliche Form von Ernst ist. Ernst  steht für „Ernst, Sorge, Entschlossenheit im Kampf“.

Erna ist nicht gerade im Gespräch, ganz im Gegenteil. Die einzige Erna, die in den Medien am Rande vorkommt, ist Erna Klum, Mutter von Heidi. Wobei bemerkenswert ist, dass eines der vier Klum-Kinder mit Zweitnamen nach Opa Günther heißt, aber keines Erna. Es ist ein Phänomen: Während Namen wie Ella, Frieda, Greta sich in den Top 40 tummeln und Emma sogar auf Platz 2 thront, schaffte es Erna nur auf Platz 437 (Stand: Vornamenstatistik 2015) und damit nach vielen Jahren überhaupt mal wieder in die Top 500. Ihre besten Zeiten erlebte Erna zwischen 1890 und 1920. 1901 erreichte sie das einzige Mal die Pole-Position der Mädchennamen. Ab 1960 gab es jahrzehntelang praktisch keine neugeborenen Ernas mehr. So reiht sich Erna ein in die Riege einst sehr populärer Namen, die eine um so rasantere Talfahrt hingelegt haben, bislang ohne Wiederkehr, Namen wie Heinz, Gertrud oder Bertha.

Vielleicht ist es die Silbe Er-, die den Namen herber macht als aktuelle Elternlieblinge. Vielleicht die mitschwingende Bedeutung: Erna ist eine Kurzform von Ernesta, der weiblichen Form des althochdeutschen Ernst, welcher für Ernst, Sorge und Entschlossenheit im Kampf steht. Auf den ersten Blick wenig reizvolle Eigenschaften oder jedenfalls aus der Mode gekommene. Oscar Wilde nannte eine seiner bekanntesten Komödien „The Importance of Being Earnest“ (1895): „Ernst sein ist alles“. Tatsächlich gibt man seiner Tochter etwas Gutes mit, wenn man ihr wünscht, bei Bedarf für sich und andere beherzt eine Lanze zu brechen. Das hat sich nur noch nicht herumgesprochen.

Vermutlich ist auch „Klein Erna“ schuld daran. Diese typische Hamburger Witzfigur wird auf Erna Nissen zurückgeführt, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein geboren wurde. Als diese als junges Mädchen ein Boot auf den Namen „Klein Erna“ taufen sollte, zerbrach die Sektflasche nicht. Eine Anekdote, die von Ernas Brüdern und ihren Kameraden aus dem Segelclub gnadenlos breitgetreten wurde. Weitere erfundene Klein-Erna-Geschichten folgten. Die Schriftstellerin Vera Möller sammelte Klein-Erna-Witze, taufte die Hauptperson Erna Pumeier und gab die Geschichten über die typische Hamburger Deern 1938 als Buch heraus.

1969 entstand sogar ein Film zu den Witzchen, „Klein Erna auf dem Jungfernstieg“ mit Heidi Kabel, Harald Juhnke und Heinz Erhardt. Danach war der Name ausgereizt, wenn man von Wolfgang Lipperts Ost-Hit „Erna kommt“ (1983) einmal absieht. Das gleichfalls bekannte „Klein Fritzchen“ konnte sein Witz-Image leichter abschütteln. Doch aufgepasst: Erna kommt!

(von Annemarie Lüning)

Thema: Namenslexikon

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