Beliebte Vornamen International Israel Namensgebung von russischen Neueinwanderern in Israel

Namensgebung von russischen Neueinwanderern in Israel

Vierter Teil der Serie „Moderne Vornamen in Israel“ von Oren Geller.

Heute ist der Einfluss des Staates weitaus geringer als zur Gründungszeit Israels, aber dennoch lässt sich eine interessante Tendenz ausmachen – besonders unter Migranten. Aviel Kranzler, Statistiker im israelischen Büro für Statistik, hat 2004 herausgefunden, dass es einen nachweislichen Zusammenhang zwischen der Namensgebung von russischen Neueinwanderern gibt und deren kultureller Orientierung.

Der Staat hat zwar an offiziellem Einfluss verloren und kann eine Zwangsbenennung nicht mehr vorschreiben – dennoch spiegelt sich ein gewisser Zionismus in den Namen wieder. Laut seiner Forschung vergaben Emigranten, die in den ersten Wellen der 90er Jahren nach Israel gelangten, häufiger israelische Namen, als Einwanderer, die nach dem Millennium ins Land kamen. Dies erklärt er mit der starken zionistischen Überzeugung, mit denen die ersten Neuankömmlinge ins Land reisten. Die zweite Welle besaß diese Einstellung wohl nicht und wollte ihren Kindern keinen eindeutig zuweisbaren Namen geben, wenn sie denn ihr Glück auch mal außerhalb des Heiligen Landes suchen möchten. Kranzler hat auch entdeckt, dass ein statistischer Zusammenhang zwischen Neu-Israelis bestehe, die aus der ehemaligen Sowjetunion ins Land gelangten und ihren Kindern nicht-israelische Namen verliehen, und russische Migranten, die ihren Kindern israelische Namen gaben. Einwanderer mit ausländischen Namen hätten Israel öfters den Rücken zugekehrt, als Israelis mit hebräischen Namen. Auch hat der Wissenschaftler herausgefunden, dass Migranten ihren Kindern öfters jüdische Namen gegeben haben, je kürzer der Abstand zwischen der Namensgebung und Ausreise aus Russland nach Israel war. Des Weiteren hat Kranzler entdeckt, dass fast 30 Prozent der Nicht-jüdischen Einwanderer aus Russland einen international-biblischen Namen, wie Daniel, David oder Michael tragen. Fast jeder fünfte Sohn so einer Familie trägt einer dieser Namen. Im Gegensatz zu jüdischen Familien, die nur jeden zwanzigsten Spross mit diesem Namen belegte.


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