Michel

Männlicher Vorname

Schon seit den 1970er Jahren ist der Name Michel in der deutschen Vornamenstatistik regelmäßig vertrreten. Bisher reichte es aber noch nie für eine Top 50-Platzierung.

Michel Häufigkeitsstatistik

Häufigkeitsstatistik des Namens Michel

Herkunft und Bedeutung

Der Name Michael wird nach wie vor gern vergeben. Frischer wirken heute allerdings die Formen Mika und Michel, die wie der hebräische Michael „Wer ist wie Gott?“ bedeuten. Der Name Michel etabliert sich in Deutschland wohl nicht zufällig seit den 70er Jahren, als die zehn Jahre zuvor erschienenen „Michel aus Lönneberga“-Bücher von Astrid Lindgren verfilmt wurden. Der strohblonde Lausejunge, der für seine Missetaten und Missgeschicke regelmäßig im Holzschuppen eingesperrt wird, wo er Männchen schnitzt, prägt den Namen bis heute. Dass der Junge im schwedischen Original Emil heißt, fällt dabei nicht ins Gewicht. Geändert wurde der Name im Deutschen übrigens, um eine Verwechslung mit Kästners Emil zu vermeiden.

Der Name Michel hat aber auch eine Geschichte vor Lindgren: Schon im Mittelalter war er in Deutschland gebräuchlich. Ab dem 16. Jahrhundert wurde „der deutsche Michel“ sogar sprichwörtlich. Damit war eher abwertend ein schwerfälliger, einfacher Mensch gemeint, gern dargestellt in Bauernkleidung und mit Zipfelmütze, der stellvertretend für die deutsche Bevölkerung stand. Später wurde die Deutung als redlicher, aufrechter Deutscher häufiger. In politischen Karikaturen kommt die Figur des deutschen Michel bis heute vor.

Die Top 50 der Namenscharts erreichte Michel zumindest in den letzten hundert Jahren nie. Es gibt den Namen in derselben Schreibweise auch in Frankreich. In Deutschland die französische Aussprache durchzusetzen, dürfte aber – außer in Grenznähe – schwierig sein. (Autorin: Annemarie Lüning)

Thema: Namenslexikon

3 Kommentare zu "Michel"

  1. thomas geisler sagt:

    Michel ist ein eigenständiger germanischer Name mit der Bedeutung „stark“. Aufgrznd der lautlichen Ähnlichkeit wird er als Kurzform des aramäischen Namens Michael benutzt.

  2. Leo sagt:

    Quelle für die Bedeutung der zugrunde liegenden Silbe MAG als „groß“/ „mächtig“/ „stark“ (wie in MAG-NUS oder MAG’ISTER, wie in MAHA-RADJA oder MIKA-DO…) ist Richard Fester „Protokolle der STeinzeit“ schon von 1974. Ein bisher unerreichtes Werk an sinnvoller sprachlicher Grundlagenforschung mit weitem Blick für Zusammenhänge.

    MICHEL also „Großer“ oder „Starker“ (kommt ähnlich auch in vielen alten europäischen Ortsnamen vor)

    MICHA-EL kombiniert MICHA mit der Endung „EL“, was salopp übersetzt „Gott“ heißt, aber ursprünglich einen bestimmten Gott meinte, nämlich BAAL.

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