Adolf
Männlicher Vorname
Der männliche Vorname Adolf gehörte 1890, also am Anfang der von den Namensstatistiken von beliebte-Vornamen.de berücksichtigten Jahrgänge, zu den häufigsten Babynamen in Deutschland. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ließ die Popularität dieses Namens stetig nach. Im Jahr 1933 gab es aus naheliegenden Gründen eine signifikante Steigerung der Häufigkeit von Adolf als Jungenname. Dieser Aufschwung endete 1942. Seitdem wurden deutlich weniger Neugeborene Adolf genannt. Ab 1951 kommt dieser Vorname in den Namensstatistiken fast gar nicht mehr vor.

Herkunft
Aus dem Althochdeutschen, von „Adalwolf“.
Bedeutung
Adolf lässt sich zurückführen auf die althochdeutschen Worte für “edel” und “Wolf”.
Varianten
- Adolph
- Adolphe (französisch)
Namenstage
17. Juni, 30. Juni
Namensvorbilder
Regionale Verteilung

Adolf als Vorname im 21. Jahrhundert
Heutzutage ist der Name Adolf überhaupt nicht mehr modern. In der Babynamenstatistik 2006 ist unter 27.700 Babys ein einziges, dass mit zweitem Vornamen Adolf heißt.
Ein Träger dieses Namens klagt sein Leid:
Hilfe, was haben sich meine Eltern nur bei meinem zweiten Vornamen gedacht? Hier kommen immer wieder erhebliche Assoziationen, bei jedem, der ihn liest. Ich kann nichts dafür, aber mein Cousin wurde 1949 nach seinem im Krieg gefallenen Onkel benannt und da er mein Pate wurde, bekam ich den schönen zweiten Vornamen: Adolf.
Ihr könnt Euch vorstellen, wie die Menschen reagieren, wo immer ich damit auftauche? Entweder belustigt oder peinlich berührt, aber jeder, ja jeder bemerkt es sofort und fragt, was sich meine Eltern dabei gedacht haben, mich so zu benennen. Adolf, dieser Name ist irgendwie immer schlimm für mich gewesen, dennoch lies ich den Namen nie verbannen, weil er zu mir gehört, so wie ich halt getauft wurde.
Ich stelle mir immer wieder vor, wie es meinem Cousin so kurz nach dem Krieg ergangen sein muss, mit dieser schweren Last.
(Der Autor möchte nicht genannt werden.)

In meiner ehemaligen Klasse gab es 7(!) Fabians, einer davon ich. Der Lehrer nummerierte uns der einfachheit halber. Von zahlreichen
Personen bei den verschiedensten Anlässen (Vorstellungsgespräch, Arzttermin…) wurde ich schon Florian, Felix, Ferdinand, Franz genannt (Zitat eines Personalchefs: Ah, guten Tag… äh… irgendwas mit F… ah genau Felix). Das alles wäre mir als Adolf nicht passiert da man sich diesen Namen sofort merkt. Zudem ein sehr schöner Name. Wegen einer Person einen so schönen Namen (fast ganz) auszurotten. Und man ist nicht automatisch Nazi nur weil man so heißt (wie einige linke Idioten glauben). Das Problem ist das man nur den Namen Adolf mit solch schlechten Dingen in Verbindung bringt. Jemand der mit Nachname Eicke heißt wird auch nicht als Nazi abgetan, was damit zu tun hat das ein nicht kleiner Teil der Leute noch nie von Theodor Eicke gehört hat. Wäre Theodor Eicke der Führer gewesen und Hitler der Inspekteur der Konzentrationslager, Waffen-SS General, Kommandeur der Division “Totenkopf” gewesen wäre jetzt der Name Theodor der Inbegriff des Bösen.
danke, fabi55, für deine klugen und richtigen aussagen. man kann ja auch nicht den namen josef verteufeln, nur weil stalin und göbbels so geheißen haben, oder karl, weil das der name von marx war, oder hermann, weil göhring so geheißen hat. die einzige sache, in der ich dir nicht zustimme ist, daß der name kevin schrecklich sein soll. da kenn ich schlimmere, ist aber geschmackssache.
Anhang: Es gab auch gute Adölfe: Adolph Kolping(Gründer des Kolpingwerks), Adolf Reichwein (Widerstandskämpfer), Adolph Bermpohl (Initiator des organisierten Seenotrettungswesens in Deutschland), Adolf Grimme(Kulturpolitiker, Widerstandskämpfer),
will damit zeigen das die meisten wenn sie Adolf hören sofort an “ihn” denken nicht an die guten Adölfe oder an den anderen bösen Adolf (Eichmann).
Hitler hätte auch Kevin heißen können (was leider nicht der Fall war, denn dann wär uns dieser schreckliche Name erspart geblieben).
also ich denke in erster linie an meinen uropa der adolf hieß. und der mann war einfach nur spitze! ein super opa!
man sollte dinge irgendwann mal ruhen lassen und sie nicht dem negativismus überlassen. selbst das wort “Führer” lässt jeden aufhorchen.
Ich hoffe ja, dass die Gesellschaft irgendwann wieder bereit ist, den Namen “Adolf” als “normal” zu akzeptieren. Ich kann verstehen, warum er eher ungern für Kinder genommen wird – eben wegen der Assoziationen. Man möchte sein Kind eben nicht dem Spott der Menschen aussetzen (ich stelle es mir schon recht nervig vor, wenn ein Freund in der Stadt meinen Namen riefe und alle Leute sich zu mir umdrehten). Es ist schade, dass durch solche “Vorfälle” Namen so unbeliebt werden… Aber das heißt nicht, dass alle Menschen bescheuert sind.
Ich selber würde meinen Sohn, wenn ich einen hätte, auch nicht “Adolf” nennen, aber das liegt auch daran, dass ich den Namen nicht unbedingt mag, da gibt es Bessere, finde ich. Aber selbst, wenn ich ihn mögen würde, hätte ich doch Skrupel, meinen Sohn so zu nennen. Aber ich bewundere Eltern, die es schaffen, mit so einem Namen komplett normal umzugehen!
Codric, dein Beitrag irritiert, ja schockiert mich.
“Ich hoffe ja, dass die Gesellschaft irgendwann wieder bereit ist, den Namen “Adolf” als “normal” zu akzeptieren.”
Ich hoffe hingegen, dass das von dir beschriebene Szenario, nämlich dass der Name “Adolf” wieder als “normal” akzeptiert wird, niemals eintreten wird. Denn das würde bedeuten, dass die Person “Adolf Hitler” und die von ihr begangenen Gräueltaten in Vergessenheit geraten sind.
Der Name “Adolf” IST kein Name wie jeder andere und er sollte es auch nie wieder sein. Er ist vielmehr zu einem Symbol geworden.
Ein Vorname sagt nichts über seinen Namensträger aus, da pflichte ich den anderen Kommentatoren zu. Aber er sagt dafür umso mehr über diejenigen aus, die den Namen für das Kind ausgewählt haben: die Eltern. Wer sein Kind nach 1933 “Adolf” nennt, bekennt sich damit automatisch auch zum Nationalsozialismus oder zumindest zu einer gewissen Akzeptanz -vielleicht auch Ignoranz- gegenüber der NS-Ideologie – auch ohne dass der Namensgeber dies offen zugibt. Ich empfinde beide Haltungen als abstoßend.
Daher frage ich mich auch, was dich (Codric) zu der Aussage “Aber ich bewundere Eltern, die es schaffen, mit so einem Namen komplett normal umzugehen!” bewogen hat. Willst du damit zum Ausdruck bringen, dass du Menschen bewunderst, die ihre nationalsozialistische Gesinnung offen leben und zum Ausdruck bringen und dabei selbst vor ihren Kindern keine Rücksicht nehmen?
lasst doch mal die kirche im dorf….
wie gesagt, kirche im dorf lassen. Habe meinen Rottweilerwelpen Hermann Goering genannt, unter anderem weil er so bissfest und voluminoes ist,