Horst

Männlicher Vorname

Horst ist der häufigste Jungenname in Deutschland des Geburtsjahrgangs 1934. Vor 1905 war Horst fast ausschließlich in Adelskreisen verbreitet. Seit 1965 wird kaum noch ein Neugeborener Horst genannt – wenn doch, dann ist es meistens der Zweitname als Nachbenennung nach dem Großvater oder Patenonkel.

Horst Häufigkeitsstatistik
Häufigkeitsstatistik des Vornamens Horst

Einige Forscher behaupten, dass der Name Horst so beliebt war, weil die Propaganda der Nationalsozialisten Horst Wessel als Märtyrer darstellte. Tatsächlich kam Horst als Vorname schon Anfang des 20. Jahrhunderts in nennenswerter Anzahl vor und wurde in den folgenden Jahren von Jahr zu Jahr beliebter – lange vor dem angeblichen Märtyrertod. Ab 1934 wurden von Jahr zu Jahr weniger Jungen Horst genannt und seit den 1970er Jahren nur noch sehr selten. Dieser Verlauf entspricht einer ganz normalen Modenamen-Karriere, die Daten zum Beispiel für den Namen Günther sind ganz ähnlich.

Herkunft und Bedeutung

Der Name Horst stammt aus dem Rheinischen und Westfälischen und wurde aus dem niederdeutschen Wort für „Wald, Gehölz, Dickicht, Gebüsch” abgeleitet.

Namensprofil

der Vorname Horst mit Bedeutung und Onogramm

41 Gedanken zu „Horst“

  1. Hallo zusammen, auch ich hadre mit diesem Namen, der mir noch nie gefiel. Ich sehe ihn im Zusammenhang mit dem zurückliegenden Kriegsgeschehen (das gebe ich auch Außenstehenden zu). Gruß an alle Gleichgenannten.

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  2. Liebe Mithorste,
    Ich habe mir über weite Teile meiner Kindheit vermutlich keine Gedanken über meinen Namen gemacht. Andere hießen Volker, Bernhard, Thomas oder Michael, ich war eben Horst. Da ich allerdings im Schwäbischen aufgewachsen bin, wurde und wir mein Name wahlweise Horschd, Horschde, Horschdi oder gar Horschdle ausgesprochen. Als wirkliches Makel habe ich diesen Namen nie empfunden, wenn auch mein zweiter Vorname Patrick für einen im Jahr 68 geborenen angemessener gewesen wäre. Ich kann meinen Vater, dem ich den Horst zu verdanken habe leider nicht mehr fragen, wie er darauf kam.
    Als ich dann in Köln lebte, hörte ich meinen Namen auch im Hochdeutschen, rheinischen und westfälischen Zungenschlag. Besonders letzteres also „Hoast“ fand ich amüsant und besser als die schwäbischen Breimaulversionen.
    Irgendwann fand ich auch per Zufall einen Roman “ Horst der Held“, literarisch nicht besonders hervorstechend aber recht kurzweilig, wenn man sich für horstographien interessiert.
    Außerdem begegnete mir der Horst auch noch als Codewort für ein Stück Haschisch und neuerdings erfreut sich unser werter Vorname ja wieder als Vollhorst großer Beliebtheit. Menschen, die mich neu kennenlernen, sind meistens verdutzt über meinen Namen und bringen ihn nicht mit mir in Verbindung. Es scheint so, als ob sich ein allgemeines, wohl eher unästhetisches Horstbild in den Köpfen festgesetzt hat. Mancherorts führen kümmerliche Geister Horstigkeit als Synonym für Unzulänglichkeit und die Verhorstung als Ersatz für Verrohung ins Feld.
    Da höre ich doch lieber das liebevolle Hörstl eines Freundes mit teilweise österreichischen Wurzel oder das Horsdl eines fränkischstämmigen Freundes. Auch ein Hoasdn hab ich schon gehört und als ich mit elf Jahren in Italien war, begegnete mir Oreste!
    Wer in welcher Form und Absicht auch immer unseren Namen im Munde führt, sagt dabei auch etwas über sich selbst aus. Und das unser Name unsere langweiligerbenamten Mitottos und Mituschis jederzeit zu Wortspielereien und lautmalerischer Wortverbastelung provoziert, ist großartig und oft gesprächsstiftend. Was wäre also eine enthorstete Welt? Trostlos wäre sie, traurig und leer. Sei deshalb jeden Tag der, die oder das Horst der, die oder das du sein willst.

    Seid gegrüßt mit einem Vorweihnachtlichen
    Ho-Ho-Horst!

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    • Ich bin sehr angetan von dieser Wortfindung.
      Hochachtung…. ich kenne nur einen “Horst” und das ist ein wunderbarer Mann.

    • Sehr interessant zu lesen! Ich verbinde mit Horst nur Gutes, mein Vater heißt so. Deswegen fand ich den Namen wohl auch nie so komisch, abgesehen vom Sprichwort “Ich mach mich doch nicht zum Horst”. Und das sagt er oft als Witz und kann selbst drüber lachen. Sein Spitzname (er kommt aus Westfalen) war übrigens Hotte 🙂 . Was da wohl ein gewöhnlicher Spitzname für Horst war.

  3. Ich trage diesen Namen jetzt bereits 84 Jahre und bin problemlos im zerstörten Hamburg groß geworden. Weil meine Eltern aus dem westfälischen Raum nach Hamburg übersiedelten, kann ich nur froh sein, in dieser großartigen Stadt leben zu dürfen. Eine Stadt mit dem Tor zur Welt. Der Adler baut sich auch einen HORST und zieht seinen Nachwuchs auf. Genau, wie alle , die auch Horst heißen! Schade, dass der Name so aus der Mode gekommen ist.

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