Der Name wirkt zunächst wie ein Scherz aus der Bastelstube der deutschen Humortradition: Horstomat. Doch hinter der Wortschöpfung steckt ein erstaunlich stringentes Konzept – und eine App, die sich ernsthaft mit einer der emotionalsten Entscheidungen im Leben befasst: der Wahl eines Vornamens.
Babys, so will es der Volksglaube, werden vom Storch gebracht. Und der Storch lebt im Horst. Der Horstomat ist folgerichtig der Ort, an dem sich alles um Babynamen dreht – spielerisch im Titel, nüchtern in der Sache. Die App liefert Daten, Diagramme, Karten und Ranglisten zu Vornamen und ihrer Verbreitung. Wer wissen will, welche Namen gerade Konjunktur haben, regional unterschiedlich beliebt sind oder welche Altersdurchschnitte sie tragen, findet hier Antworten.
Jetzt herunterladen für Apple (App Store) oder Android (Google Play)
Die Datengrundlage ist dabei alles andere als beliebig. Die deutschen Auswertungen beruhen auf einer repräsentativen Stichprobe von Geburtsmeldungen aus Deutschland, zusammengestellt vom Namenforscher Knud Bielefeld selbst. Für internationale Vergleiche greift die App auf offizielle Statistiken der jeweiligen nationalen Statistikbehörden zurück. Der Horstomat ist damit kein Stimmungsbarometer, sondern ein datenbasiertes Analysewerkzeug – zugänglich gemacht für ein breites Publikum.
Anders als viele andere Apps folgt der Horstomat keinem „kostenlos-aber-nicht-umsonst“-Modell. Es gibt keine Werbung, keine In-App-Käufe, kein Abonnement. Vor allem aber: keine Datensammelei. Die App übermittelt keinerlei Nutzerdaten. Weder Zeitpunkt noch Ort der Nutzung, weder Suchanfragen noch persönliche Vorlieben werden erfasst oder ausgewertet. Der Entwickler weiß nicht, wer den Horstomat benutzt – und möchte es auch nicht wissen.
Ganz gratis ist diese Konsequenz allerdings nicht zu haben. Die App kostet einmalig einen kleinen Betrag. Ein Preis, der weniger als Eintrittshürde gedacht ist, sondern als Gegenmodell: Nutzer zahlen mit Geld statt mit Aufmerksamkeit oder persönlichen Informationen. In einer App-Landschaft, in der Datensparsamkeit zur Ausnahme geworden ist, wirkt das fast altmodisch. Oder, anders gesagt: bemerkenswert konsequent.


