Gefahr durch Kosenamen

von Alexander Springborn

In vielen Beziehungen tritt der eigene Name in den Hintergrund. Generationen von Liebespaaren betiteln sich mit Mausi, Mäuschen, Bärchen, Bienchen, Schnuckelchen, Purzelchen, Wullifitz und anderen, meistens phantasielosen, Bezeichnungen. Hier stellt sich mit Recht die Frage, warum eigentlich? Gerade Kosenamen stellen im gesellschaftlichen Umfeld häufig eine ernstzunehmende Gefahr im Hinblick auf eventuelle Mißverständnisse dar.

Mäuschen und Schnuckelchen

Kerstin und Wolfgang waren ein glückliches junges Paar, die sich untereinender nur mit Mäuschen und Schnuckelchen anredeten. Eines Abends auf einer größeren Party trennten sich die beiden kurzzeitig, als Kerstin sich einen neuen Cocktail holen wollte. Dabei wurde sie ungewollt Zeugin eines Gesprächs zwischen zwei reizenden jungen Damen, deren Abendkleider ebensoviele Einblicke gewährten wie ein klarer Sternenhimmel um Mitternacht. Eine dieser Frauen schwärmte davon, daß sie es vor kurzem mit ihrem Schnuckelchen ganz toll getrieben habe. Blind vor Eifersucht stellte Kerstin daraufhin ihren Wolfgang zur Rede. Als er sie mit „Aber Mäuschen.“ zu beruhigen versuchte, ertönte eine Stimme „Hier bin ich!“ aus der Menge der Anwesenden. Für Kerstin war das genug. Sie verließ Wolfgang und spricht angeblich bis heute nicht mehr mit ihm.

Immer wieder der gleiche Kosename

Die Gefahr, die von falschen Kosenamen ausgeht, ist also nicht zu unterschätzen. Aber vergessen wir nicht die praktischen Seiten. So mancher Amateurcasanova verbirgt geschickt sein schlechtes Gedächtnis, indem er bei jeder seiner Eroberungen immer wieder den gleiche Kosenamen verwendet. Also Vorsicht, wenn bei einer neuen Bekanntschaft der Kosename allzu schnell über die Lippen kommt.

Vor einiger Zeit hörte ich von einem Handelsvertreter, der in vielen Städten Liebschaften hatte. Um seine Geliebten bei der Stange zu halten, verschickte er regelmäßig Rundbriefe, alle mit exakt dem selben Inhalt. Der Kosename machte es möglich. Der Fall flog auf, als der Reisende ein computerisiertes Textverarbeitungssystem erhielt, und anfing, seine Frauen über die Serienbrieffunktion mit ihrem Namen anzuschreiben. Es kam erwartungsgemäß zu Verwechselungen.

Positive Seiten

Natürlich können Kosenamen auch positive Seiten haben. Häufig helfen sie dem Partner, unsere schlechten Seiten zu übersehen, und sagen Sie selbst: Würden Sie einen Seitensprung begehen, solange Sie von Ihrer Partnerin Schnäuzelchen genannt werden?

Eine harmlose Verniedlichung kann das Leben versüßen. Aus Stefanie wird Steffi, aus Angela wird Angie und aus Gabriele wird Gabi. All diese Frauen werden als netter empfunden, wenn sie sich mit ihrem Spitznamen anreden lassen.

Demütigende Kosenamen

Für Männer gilt diese Regel im allgemeinen nicht. Ein Hansi erinnert schnell an einen Kanarienvogel, und Waldemar (Zitat: „Ich bin doch kein Rauhaardackel.“) reagiert auf die Nennung seines verniedlichten Namens schnell beleidigt. Schlimmer noch, ein Mann, dessen Name verniedlicht wird, fühlt sich nicht als vollwertiger Mann anerkannt! Ebenso ist es mit Kosenamen. Viele Männer fühlen sich gedemütigt und lächerlich, wenn sie in der Öffentlichkeit mit Schnuckiputzi, Schnurzelpurzel, Hasilein oder Puschiknutzi bezeichnet werden. Diese Tatsache wirft ein erhellendes Licht auf die Stellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft.

Quelle: Name und Schicksal

Thema: Kosenamen

10 Kommentare zu "Gefahr durch Kosenamen"

  1. Gereon Schneider sagt:

    Kosename „Scha(t)zi“: Abkürzung für die Kombination aus
    SCHAf und ZIege 🙂

  2. waltraud sagt:

    Bei meiner Freundin auf der Arbeit nennen sie sich Hellblödchen und Dunkelblödchen iss doch auch nett oder nicht?

  3. Cheyenne sagt:

    Heutzutage reden sich doch die meissten mit „Alter!“ an ^^

    • Rina sagt:

      Naja, in Liebesbeziehungen ist das ja, soweit ich das beurteilen kann, noch nicht sooo weit verbreitet 😉

  4. PfefferundSalz sagt:

    Das ist ja wohl mal der größte Bullshiss, den ich jemals gelesen habe, Herr Springborn.. man könnte fast denken, du hast nen ernstes Problem mit deiner eigenen Männlichkeit.. oder dir hat man einfach ins Gehirn geschissen.. wäre auch ne mögliche Variante 😉

  5. MissyBlue sagt:

    PfefferundSALZ

    ich finde es eher peinlich und nicht gerade männlich, wenn ein mann das zulässt das man ihn *UTZIWUTZI* oder sonst was bezeichnet….

    und sowas sage ich als frau ich lasse mir bestimmt von keinem mann einen tiernamen geben oder einen unkreativen kosenamen die nichts mit liebe zu tun haben…

    wo bleiben die altmodischen schönen kosenamen wie: Liebling,Darling,Schatz,Honey etc ^^

  6. Anita sagt:

    Also ich bezeichne meinen Freund immer wieder anders zwar kommt ab und zu ein Schatz über die Lippen aber auch oft sachen wie stinki ( nur aus spaß) oder knallfrosch xD

  7. Lulu sagt:

    So etwas dämliches habe ich ehrlich noch nie gelesen! Männer, die sich gedehmütigt fühlen und Trennungen durch Kosenamen? Sehr beschränkte und einseitige Perspektive! Sind diese phsntasievollen Argumente Studien zu entnehmen oder entspringen sie dem Geist des/der Autors/Autorin?

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