
Notizen des Vornamenexperten Knud Bielefeld
Kriterium bei der Namensfindung
Das wichtigste Kriterium bei der Namensfindung ist eigentlich ganz simpel: Die Eltern müssen den Namen mögen. Alles andere ist zweitrangig.
Man sollte auch darauf achten, wie der Vorname mit dem Nachnamen klingt, ob er sich gut aussprechen lässt und ob man sich vorstellen kann, dass ein Kind und später ein Erwachsener damit durchs Leben geht. Auch mögliche Spitznamen und offensichtliche Hänselmöglichkeiten sollte man einmal prüfen.
Längere Aufstiegsphase
Ein Name erklimmt nur selten völlig überraschend den Gipfel der Vornamenhitparade. In der Regel gibt es eine längere Aufstiegsphase.
Es gibt Ausnahmen, denn ein Name kann durch einen Film, eine Serie, einen prominenten Namensträger oder ein anderes Ereignis plötzlich einen Schub bekommen. Trotzdem braucht es normalerweise eine gewisse Zeit, bis aus einem Impuls ein breiter Modetrend wird.
Nicht verrückt machen lassen
Bei der Häufigkeit würde ich mich nicht zu sehr von Ranglisten verrückt machen lassen. Ein Name auf Platz 10 ist nicht automatisch „zu häufig“ und einer auf Platz 300 nicht automatisch „selten“. Gerade bei den heutigen Ranglisten verteilen sich die Vornamen sehr viel stärker als früher.
Ein häufiger Name hat den Vorteil, dass er unkompliziert ist. Jeder kennt ihn, jeder kann ihn aussprechen und das Kind muss seinen Namen wahrscheinlich nicht buchstabieren oder erklären.
Ein seltener Name bietet dagegen mehr Individualität. Man fällt damit auf und es kommt selten zu Namensdoppeln.
Beides hat also Vorteile und Nachteile. Man sollte nur nicht versuchen, um jeden Preis einen möglichst seltenen Namen zu finden. Nur weil ein Name selten ist macht ihn das nicht automatisch schön. Und ein häufiger Name mag zwar langweilig sein, aber aufregend wird das Leben schon von allein. Dazu braucht man keinen besonderen Vornamen.
Medien und Idole
Serien, Filme, Prominente oder Social Media können einen erheblichen Einfluss die Namenswahl haben. Allerdings meistens nicht so direkt, wie es manchmal dargestellt wird. Ein Name aus einer erfolgreichen Serie wird nicht automatisch am nächsten Tag massenhaft vergeben. Oft sind es Teenager, die sich für ein Idol begeistern und sich Jahrzehnte später bei der Namensgebung für ihr Baby daran erinnern.
Medien können einen Namen bekannt machen, ihm ein bestimmtes Image geben oder dafür sorgen, dass Eltern überhaupt erst auf ihn aufmerksam werden. Besonders bei eher seltenen Namen kann das einen deutlichen Effekt haben. So ein Medieneinfluss kann aber auch dafür sorgen, dass ein Vorname verdorben wird und in der Popularität sinkt.
Social Media hat diesen Mechanismus noch einmal beschleunigt. Eltern bekommen heute viel mehr Namen aus anderen Ländern und Kulturen mit. Dadurch verbreiten sich Namensideen schneller und über größere Entfernungen.
Geschmack der Eltern
Aber auch hier gilt: Ein Name muss zum Zeitgeschmack passen. Ein einzelner Film kann einen Namen bekannt machen – ob daraus ein langfristiger Trend wird, entscheidet letztlich der Geschmack der Eltern.