Geburtenzahlen in Mitteldeutschland steigen

Die Geburtenzahlen in den Ballungsgebieten Mitteldeutschlands steigen. Die Standesämter registrierten nach einer Umfrage der Leipziger Volkszeitung im ersten Quartal des Jahres 2007 eine deutliche Erhöhung. In Erfurt beispielsweise stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zu 2006 um 12,5 Prozent, in Dresden kamen im ersten Quartal 2007 insgesamt 1533 Kinder zur Welt, 123 und damit fast neun Prozent mehr als im ersten Quartal 2006. Auch in Chemnitz stieg die Zahl der vom Standesamt in den ersten drei Monaten dieses Jahres registrierten Geburten um über zehn Prozent auf 631. Das Magdeburger Standesamt verzeichnete 939 Geburten (plus fünf Prozent), die Kollegen in Halle zählten 757 (plus acht Prozent). Nur in Leipzig lagen die Werte dagegen etwa auf Vorjahresniveau.

Als Ursache für den Anstieg sehen Experten die Einführung des Elterngeldes, aber auch die Euphorie und familiäre Harmonie bei der Fußball-WM. Allerdings rechnen viele Wissenschaftler mit einer Abflachung des Wachstumstrends. Volker Meier, Experte für Sozialpolitik am Ifo-Institut in München, sieht in den steigenden Zahlen vor allem eine Folge des Elterngeldes, das zwar erst im September 2006 formell beschlossen wurde, aber lange vorher absehbar war. „Das Geld stellt Eltern mit mittleren und höheren Einkommen besser als zuvor. Da sind sicher Geburten gezielt verschoben worden, um die neue Rechtslage auszunutzen.“ Das seien aber Geburten, die sonst 2006 stattgefunden hätten. „Ob das Geburtenniveau nun dauerhaft so stark ansteigt, das halte ich für zweifelhaft.“ Auch Jürgen Dorbritz vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung bleibt skeptisch: „Die Chance dass es wirklich zu einem langfristigen Anstieg kommt, ist gering.“

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