Weinen in der Muttersprache
In Babys Geschrei finden Forscher die Sprachmelodie der Muttersprache
(ots) – Säuglinge schreien in einer Melodie, die für ihre Muttersprache typisch ist. Das berichtet das Apothekenmagazin “Baby und Familie” unter Berufung auf Wissenschaftler der Universität Würzburg. So ähnle zum Beispiel das Weinen französischer Neugeborener der französischen Sprachmelodie, das deutscher Winzlinge der deutschen. Der Grund: Die Kleinen hören die Eigenart der Sprache bereits in Mamas Bauch und ahmen sie später nach.
Schluss mit dem Dauergerede am Handy!
Mütter und Väter, die vor ihren Babys ständig telefonieren, hindern ihre Kinder am Sprechenlernen
(ots) “Seitdem das Handy für die meisten Menschen zum Dauerbegleiter geworden ist, wird auch in Gegenwart von Babys und Kleinkindern exzessiv telefoniert – und das tut ihnen aus mehreren Gründen überhaupt nicht gut.” Dies schreibt die renommierte Züricher Lernforscherin und Psychologie-Professorin Elsbeth Stern in einem Exklusiv-Beitrag für die Zeitschrift ELTERN (Ausgabe 03/2010).
Eine typische Szene aus dem neuen deutschen Alltag: Ein Handy klingelt, das Baby im Kinderwagen wendet sich um und lauscht: Was wollen Mama oder Papa mir sagen? Aber die Eltern schauen ihr Kind beim Reden gar nicht an. Sie unterstreichen ihre Worte nicht mit Gesten, wie sie es normalerweise tun, wenn sie einem die Welt erklären …
Die Expertin Prof. Stern warnt in ELTERN: “Kinder brauchen für den Spracherwerb nicht nur die Sprache, sie brauchen vor allem den Sprecher, der sich ihnen aufmerksam zuwendet! Untersuchungen belegen, dass sie nur im direkten Kontakt mit Menschen deren Worte nachplappern, ihre Formulierungen übernehmen. Wenn Kinder dagegen einen Großteil ihres Tages mit Sprache beschallt werden, ohne in die Gespräche einbezogen zu werden, erlischt ihre Neugierde auf Sprache, bevor sie richtig sprechen können.”
Für Prof. Stern gehört es zu den Absurditäten unserer Zeit, dass manche Eltern viel Geld für dubiose und bestenfalls wirkungslose Fremdsprachenkurse sowie andere Förderprogramme ausgeben, ihren Babys und Kleinkindern aber im Alltag die einfachsten und wirkungsvollsten Lerngelegenheiten vorenthalten.
Ihr Ratschlag für Mütter und Väter ist denkbar einfach: “Nutzen Sie die gemeinsame Zeit mit Ihrem Kind, um in Worte zu fassen, was es sieht und interessiert. Zum Beispiel auch so: “Ja, das ist Mamas Handy… Und da drücken wir jetzt mal drauf und schalten es aus!”
Mamas Babytalk ist eine prima Sprachschule
Eltern liegen mit der Babysprache ganz richtig!
Wenn Mütter mit ihren Babys in höherer Tonlage, mit vielen Pausen und Wiederholungen reden, ist das alles andere als albern – sie tun instinktiv das Richtige. “Langsames, deutliches und überbetontes Reden mit dem Kind lohnt sich. Das Baby lernt so schneller und leichter, Sprachstrukturen zu verstehen”, erklärt Professorin Dr. Angela Friederici, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig im Apothekenmagazin “Baby und Familie”. Das Erlernen der Muttersprache ist wie ein angeborenes Programm, das durch Impulse von außen aktiviert werden muss. Eltern sollten mit Babys auch schon reden, wenn diese selbst noch gar nicht sprechen können. Beginnen die Kleinen dann aber selbst zu erzählen und greifen bei der Wortbildung daneben, sind keine klugen Erklärungen angesagt, wie es richtig heißen muss. Dann reicht es, das Gesagte einfach richtig zu wiederholen.
Siehe auch:
- Das Geheimnis der ersten Wörter
- Babys sind so laut wie Jets
- Bauchweh – und jetzt?
- Förderwut: Erziehungsexperten warnen vor der Überforderung kleiner Kinder
- Kinder mit Alltagsgegenständen spielen lassen