Wie Eltern Neurodermitis-Kindern das Eincremen angenehmer machen können
Hautpflege mit Gefühl
(ots) – Ein Muss bei Neurodermitis ist regelmäßige Hautpflege. Für Kinder ist das oft unangenehm. Damit der Nachwuchs die tägliche Creme-Prozedur nicht schon als quälend erlebt, sollten Eltern es möglichst in Rituale einbinden, die die Kleinen als angenehm empfinden, rät der Diplompsychologe Wolfgang Schütz, Leiter von Neurodermitisschulungen am CJD Asthmazentrum Berchtesgaden, im Apothekenmagazin “Baby und Familie”. So kann der Vater Geschichten vorlesen, während die Mutter eincremt oder bei größeren Kindern die Zeit zum Plaudern über die Ereignisse des Tages genutzt werden. Es lohnt auch ein Versuch, die Creme oder Lotion eine Weile in den Kühlschrank zu stellen, da die Kälte manchmal allein schon als angenehm empfunden wird. “Auch wie man eincremt, spielt eine Rolle”, sagt Schütz. “Manche Kinder mögen klopfende Bewegungen, andere finden streichelnde schöner.” Häufig lösen bestimmte Inhaltsstoffe ein Brennen auf der Haut aus. Das sollte man mit dem Arzt besprechen, der eventuell ein Alternativmittel verschreiben kann. Schütz: “Wichtig ist, immer genau zu beobachten, wann sich der kleine Patient wohl oder unwohl fühlt.”
Erblich belastet: Neurodermitis
Was Eltern tun können, ihre Neurodermitis möglichst nicht ans Kind weiterzugeben
(ots) – Die Anlage für Neurodermitis wird meist vererbt. Haben beide Eltern die Hauterkrankung, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60 bis 80 Prozent, dass das Ekzem oder eine Allergie auch beim Nachwuchs auftritt. Diese Risikokinder kann man aber bis zu einem gewissen Grad schützen. Professor Dr. med. Ulrich Wahn von der Klinik für Pädiatrie der Charité Berlin rät im Apothekenmagazin “Baby und Familie” dazu, Säuglinge mindestens vier Monate ausschließlich zu stillen. Geht das nicht, sollten die Kleinen hypoallergene Säuglingsmilch bekommen. Leiden sie bereits unter Neurodermitis kann eine hydrolisierte Milch sinnvoll sein. Eine allgemeine Diät zur Allergieprävention gebe es nicht, betont Wahn. Vielmehr können Diäten zu einer Mangelsituationen führen. Um Allergien zu vermeiden, sollten Eltern besonders die Hausstaubmilben-Gefahr und Schimmelbildung im Haus im Auge haben. Beides sind häufige Allergie-Auslöser. Auch Rauchen muss in den Räumen, in denen sich Kinder aufhalten, tabu sein. Ist eine erbliche Vorbelastung gegeben, rät Wahn zu einem Verzicht auf Hunde und Katzen. Die Medizin kann in Zukunft vielleicht sogar mit einer Impfung helfen. Wissenschaftler der Charité werten gerade eine Studie aus, für die stark gefährdete Babys eine Schluckimpfung erhielten. In Kürze sollen erste Ergebnisse vorliegen.
Siehe auch:
- Was Kinder brauchen, um gut schlafen zu können
- Schluckimpfung gegen Allergien?
- Orale Phase: Wie schmeckt die Welt?
- Kinder mit Alltagsgegenständen spielen lassen
- Schrei-Check für gestresste Eltern