Warum manche Kleinkinder ihren Brei verweigern
Gemüsebrei an der Tapete
(ots) – Landet der liebevoll bereitete Brei beim Füttern des Babys immer wieder auf Mutters Pullover oder an der Tapete, hat das meist einen banalen Grund, erklärt die Münchner Ernährungswissenschaftlerin Angelika Karl im Apothekenmagazin “Baby und Familie”: Das Kind muss die Kau-Schluck-Bewegung erst lernen. Das klappt am besten mit einem flachen Plastiklöffel, der an den Rändern abgerundet ist.
“So kann Ihr Kind den Brei ablutschen”, erklärt die Expertin. Manchmal braucht es auch Zeit, bis das Kind die neue Technik lernt. Dann kann eine mehrtägige Pause bis zum nächsten Versuch sinnvoll sein.
Papas Löffel statt Mamas Brust
Wenn Kleinkinder sich nicht von der Muttermilch trennen wollen, kann der Vater helfen
(ots) – Manche Säuglinge finden Muttermilch so toll, dass sie auch mit neun Monaten die angebotene Beikost konsequent verweigern. Da kann es hilfreich sein, wenn der Vater einspringt und das Füttern mit dem Löffel übernimmt. “Lassen Sie möglichst Ihren Mann die Beikost anbieten”, rät der Kinderarzt Dr. Andreas Busse im Apothekenmagazin “BABY und Familie”. Auch nachts sollte das Kind lernen, auf die Brust zu verzichten. “Trauen Sie sich, Ihr Kind einfach nur mit leisem Reden zu beruhigen. Ideal wäre es, wenn das erst mal der Papa übernimmt, denn dann sind Sie nicht sofort versucht, zu stillen.” Tagsüber rät der Kinderarzt, das Kleine zum Füttern an den Tisch zu setzen. Gut sei es, wenn die Familie zusammen isst. “Das motiviert am meisten.”
Beikost muss sein
Mit sieben Monaten brauchen Babys mehr, als Mutters Brust bieten kann.
(ots) – Spätestens mit sieben Monaten sollten Babys Beikost erhalten. Mancher Säugling aber findet Mutters Brust so einmalig, dass er die angebotene Kost vom Löffel energisch verweigert. Für die Kleinen ist nun aber die Aufnahme von Eisen wichtig. “Weder Muttermilch noch spezielle Babymilchnahrung enthält genug von diesem Mineralstoff”, sagt der Kinderarzt Dr. Andreas Busse im Apothekenmagazin “Baby und Familie”. Mit ein paar Tricks gelingt die Umstellung auf den Brei. Busse rät, die Neugier der Kleinen auszunutzen. Füttern am Familientisch, wenn alle anderen auch essen, motiviert, sagt er. Nach Busses Erfahrung löffeln die Verweigerer dann nach einigen Wochen gern ihren Brei. Dauert die Übergangszeit aber doch wesentlich länger, sollte ein Kinderarzt das Blut des Babys untersuchen. Wenn ein Eisenmangel besteht, wird er dann ein Eisenpräparat in Tropfenform verordnen.
Siehe auch:
- Wie der Nachwuchs am besten auf die Füße kommt
- Warum Stillen die Kinder vor Übergewicht schützt
- Baby-Brei: Selbst gekocht ist top
- Fliegen – Baby bei Start und Landung an die Brust
- Irrtümer zum Thema Beikost