Namensfindung

mehrfache Vornamen

von Alexander Springborn

Vielfach wird nur ein Vorname als Rufname verwendet. Ein zweiter oder weitere Vornamen werden geheimnisvoll nur den besten Freunden verraten. Was macht die zusätzlichen Vornamen so außergewöhnlich?

Zum einen ist es einfach komplizierter, immer mehrere Vornamen zu verwenden. Die Anrede mit mehreren Vornamen dauert nicht nur länger, sie verlangt auch eine höhere Gedächtnisleistung. Gerade Kinder besitzen noch einfache Denkstrukturen und identifizieren sich gerne mit einem einfachen Namen. Nun ist es aber so, dass gerade der Vorname in der Kindheit eine starke Dominanz besitzt. Alle nennen ein Kind mit dem Vornamen. Das führt dazu, das der Rufname stark mit dem eigenen Ich assoziiert wird. Der Zusatzname gerät mehr oder weniger in Vergessenheit. Häufig löst er sogar ein gewisses Befremden aus. Schließlich gilt der zweite Vorname in unserer Gesellschaft oft als Vertrauenssache.

zweiter Vorname als Erfolgsfaktor

Es ist eigentlich bedauerlich, dass der zusätzliche Vorname im allgemeinen verdrängt wird. Obwohl diese Taktik während der Kindheit fast immer nützlich ist, so kann ein mehrfacher Vorname im Erwachsenenalter ein nicht zu unterschätzendes Erfolgspotential darstellen. Menschen mit mehrfachen Namen besitzen einen eindeutigen Vorteil, wenn sie es verstehen, ihren Vornamen richtig zu nutzen. Modeströmungen können elegant ausgenutzt werden, indem immer der gerade aktuelle Vorname verwendet wird. Voraussetzung dazu ist natürlich, dass die Vornamen nicht alle ähnlich sind. Eltern sollten besondere Sorgfalt darauf verwenden, dass sie ihrem Kind einen Namen mit großen Erfolgsmöglichkeiten geben. Sie können zum Beispiel einen einfachen, einen komplizierten, einen edlen und einen verruchten Namen wählen. Anja Christine Tamara Lola wäre ein solcher Name mit erweiterter Nutzungsmöglichkeit.

Gefahr der Mittelmäßigkeit

Namen mit erweiterter Nutzungsmöglichkeit können im Extremfall eine ernstzunehmende Gefahr für die seelische Entwicklung eines Kindes darstellen. Eltern sollten sich deshalb genau überlegen, was sie tun. Manchmal ist es sinnvoll dem Kind erst dann seinen vollen Vornamen mitzuteilen, wenn es dafür reif genug ist. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass ein Kind immer frühzeitig seinen Namen erfährt, sei es durch geschwätzige Verwandte oder unachtsame Bekannte. Sicherer ist es, einen gewöhnlichen Namen zu verwenden und das Kind später mit anderen Namenstaktiken vertraut zu machen. Vergessen Sie bitte nicht, dass allzu gewöhnliche Namen die Gefahr der Mittelmäßigkeit mit sich bringen. Sie mögen vielleicht denken, dass Vornamen nur in Liebesbeziehungen und im sonstigen Privatleben eine Rolle spielen. Das ist falsch. In vielen Firmen ist es bereits üblich, insbesondere beim Umgang mit Kunden, Namensschilder mit vollem Namen zu tragen. Menschen, die sich unter mehreren Vornamen den richtigen auswählen können, sind hier eindeutig im Vorteil.

Pseudonyme

Auch Personen des öffentlichen Lebens sind fast immer auch unter ihrem Vornamen bekannt. Diese Menschen sind sich der Wirkung ihres Namens in vielen Fällen wohl bewusst. Schauspieler, Sänger und Schriftsteller benutzen deshalb Pseudonyme oder Künstlernamen. Seltsamerweise ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem ein Politiker ein Pseudonym benutzt hat. Vielleicht haben Politiker Angst, dass ein falscher Name das öffentliche Vertrauen zerstören würde. (Anmerkung der Redaktion: Ole von Beust, der erste Bürgermeister der Stadt Hamburg, benutzt in der Tat ein Pseudonym. Sein wirklicher Vorname lautet “Carl-Friedrich Arp”. )

siehe auch:


4 Kommentare zu „mehrfache Vornamen“

  • Christian F. Langewische sagt:

    Von Beusts Geburtsvornamen sind in der Tat Carl-Friedrich Arp. Als Kind wurde er aber von seiner Großmutter auf plattdeutsch “Ole Pupp” (alte Puppe) gerufen. Den daraus entstandenen Rufnamen Ole ließ er sich mit Erreichen der Volljährigkeit standesamtlich eintragen.

    Ole von Beust heißt also mit vollem Namen seitdem Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust und verwendet somit lediglich seinen “nachträglich” eingetragten Vornamen Ole als Rufnamen. Von der Verwendung eines Pseudonyms zu sprechen, wäre daher falsch.

  • Alfons M. H. sagt:

    Die Aussage, daß es keine Politiker mit Pseudonymen gibt, ist nicht richtig. So Ist z.B. Willy Brandt als Herbert Ernst Karl Frahm in Lübeck geboren. Lenin, Molotow, Tito u. a. hatten ebenfalls andere Geburtsnamen.

  • sam sagt:

    Wenn ich einmal Zwillinge bekommen werde,dann werden sie Lisa-Marie und Marie-Ann heissen.für die jungs gebe es Jaden-James und James-Tylor…einfach schööön…

  • arfi sagt:

    @ sam

    naja, aber wenn du beide kinder rufst klingt das schon recht komisch…”lisa-marie, marie-ann kommt ihr bitte”, bei den jungs auch…

    ich denk, es ist nicht besonders sinnvoll, beiden kindern einen gleichen vornamen zu geben…

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