Geburt in Deutschland – die Bestandsaufnahme
Umfrage unter 12.500 Leserinnen und Lesern der Zeitschrift ELTERN: So kam unser Kind zur Welt!
Frauen gehen heute selbstbewusst und pragmatisch in die Geburt ihres Kindes, mit klaren Vorstellungen, wie diese besonderen Stunden verlaufensollen. Ideologische Vorbehalte gegenüber unterschiedlichen Geburtsformen haben dabei ausgedient. Zu diesen und anderen interessanten Ergebnissen kommt eine Befragung der Zeitschrift ELTERN.
12.500 Leserinnen und Leser beantworteten für ELTERN einen Fragebogen zum Thema Geburt – damit ist die größte Untersuchung zum Thema Kinderkriegen in Deutschland entstanden, die es in den letzten Jahren gegeben hat.
Die interessantesten Ergebnisse: 63 Prozent der Leserinnen war es wichtig, dass das Geburts-Krankenhaus schnell erreichbar ist – der Hauptwunsch, wenn es um die Wahl der Klinik geht. Immerhin 55 Prozent achteten auf den guten Ruf der Entbindungsstation, ebenfalls 55 Prozent wollten beste medizinische Versorgung.
71 Prozent der Befragten haben genaue Vorstellungen, wie ihr Baby auf die Welt kommen soll: Mit 46 Prozent steht die natürliche Geburt an der Spitze. Aber mehr als die Hälfte der Frauen (56 Prozent) bekommen nicht das Geburtserlebnis, das sie sich gewünscht haben. Zum Beispiel, weil doch ein Kaiserschnitt gemacht werden muss.
Schmerzmittel – wenn es sein muss, ja bitte.
Heroisches Leiden im Kreißsaal ist nicht mehr gefragt. So denken 54 Prozent der Befragten. Am häufigsten lassen sie sich mit einer PDA helfen (30 Prozent).
Und die werdenden Väter? 94 Prozent waren dabei, als ihr Baby auf die Welt kam – und 99 Prozent der jungen Mütter geben an, dass sie in den Wehen froh waren um den Beistand ihres Partners.
- weitere Infos zu Geburt finden Sie unter www.eltern.de/schwangerschaft/geburt
Geburt: Startbefehl aus der Lunge
Das Ungeborene entscheidet, wann es losgeht
Ein Eiweißstoff aus der Lunge des ungeborenen Babys gibt den Startschuss für die Geburt. Bewiesen wurde dies jetzt bei Mäusen. Da der gleiche Eiweißkörper auch bei Menschen bekannt ist, vermuten Forscher, dass dieser Prozess bei uns ebenso abläuft, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Jennifer Condon und ihr Team von der Universität von Texas (USA) konnten nachvollziehen, dass der Stoff mit der Kurzbezeichnung SP-A in der Lunge des Mäusefötus gebildet wird und über eine Reihe von biochemischen Reaktionen die Wehen auslöst. SP-A ist wichtig für die Sauerstoffaufnahme und zeigt an, dass die Lunge des Ungeborenen nun funktionstüchtig ist.
Wassergeburt im Vorteil
Studie: Schnellere Geburt, weniger Schmerzen
Geburten im Wasser verlaufen schmerzärmer, schneller und unkomplizierter, aber genau so sicher wie Geburten im Bett oder auf dem Gebärstuhl, berichtet die Apothekenzeitschrift BABY und die ersten Lebensjahre. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Geburtsmediziners Albin Thöni und des Kinderarztes Konrad Mussner aus Sterzing in Südtirol. Sie verglichen 969 Wassergeburten mit 515 Niederkünften im Bett und 172 auf dem Gebärhocker.
Auffällig selten war bei die Geburt im Wasser ein Dammschnitt nötig. Er erfolgt vorbeugend, wenn ein unkontrollierter Riss der Beckenbodenmuskulatur droht. Nur eine von 200 Frauen musste geschnitten werden. Bei der Geburt im Bett traf es jede sechste Frau (17,2 Prozent), bei der Entbindung auf dem Hocker jede dreizehnte (7,6 Prozent). Ebenfalls überraschend deutlich der Vorteil durch geringere Schmerzen: Keine der im Wasser gebärenden Frauen benötigte ein Schmerzmittel.
Siehe auch:
- Männer fürchten gemeinsames Geburtserlebnis
- Probleme nach der Geburt
- Kreißsaal: Männer bitte drin bleiben!
- Wochenbett-Depressionen lassen sich erfolgreich vorbeugen
- Leichter durch die Wehen