Von Semra Yilmaz

Heute ist ein sehr aufregender Tag für mich. Meine beste Freundin Anna wird heute ihr Kind auf die Welt bringen. Das Kind trägt auch schon einen Namen, besser gesagt zwei Namen: Henry Lasse. Über den Namen mag man sich streiten, aber das ist schließlich Sache der Eltern. Doch dieser Name hat einen ganz entscheidenden Vorteil: er kommt so selten vor, dass die Internetadresse www.henrylasse.de mit großer Sicherheit noch frei sein wird. Würde der Kleine Timo, Kevin oder Fritz heißen, hätte er zuerst einmal Pech gehabt. Ist nämlich alles schon belegt.

Es gibt tatsächlich Eltern, die nicht aus der Computerbranche stammen, aber dennoch erkannt haben, dass die Reservierung von Domainnamen, die den Namen des Kindes beinhalten, sehr wichtig ist. Wenn ich mich heute so umschaue, stelle ich nämlich fest, das jeder irgendwie großen Wert auf seine persönliche digitale Identität legt – und die steht und fällt mit dem eigenen Domainnamen.

Einige mögen denken, wozu braucht ein Säugling denn eine Internetadresse? Der kann doch noch nicht mal tippen! Das ist wohl wahr. Aber es gilt die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Denn eines Tages wird auch Henry Lasse in dem Alter sein, wo er die Vorzüge des Internets kennenlernen und nutzen möchte. Sprich, seine eigene virtuelle Identität entwickeln wird. Dann wird auch er bloggen, Videos erstellen und auf seiner Webseite anbieten und noch vieles mehr wollen. Wenn er möchte kann er die Seite aber auch für seine zukünftigen Weltreisen nutzen und Reiseberichte schreiben. Oder er hinterlässt sein Bewerberprofil auf der Seite, wenn er auf Jobsuche ist. Es gibt 1001 Möglichkeiten. Und die sollen ihm alle offenstehen.

Und bis es soweit ist, kann Anna ja die Internetseite selbst nutzen: Eine Fotogalerie von Henry Lasse könnte sie anlegen. Dann sind alle Bekannten auf dem neuesten Stand und können so Henrys erste Schritte mitverfolgen. An Weihnachten erhalten die Großeltern dann per E-Mail eine Weihnachtskarte mit dem Absender lieblingsenkel@henrylasse.de – die E-Mail hat natürlich Anna getippt. Aber für die Großeltern ist’s fast so, als hätte sie Henry Lasse höchstpersönlich an sie geschrieben.

Anna sagt, dass es noch viel zu früh sei, die Domain zu registrieren. Schließlich könne der Kleine ja noch nicht einmal tippen. Ha! Hab ich nur gesagt. Dann wird es dir wie Britney Spears ergehen! Was hat denn Britney Spears damit zu tun? fragt mich Anna gelangweilt. Tja, Britney Spears hat sicherlich auch gedacht, dass der Name ihres Sohnes Jayden James außergewöhnlich ist. Und dass sie sich mit der Registrierung des Domainnamens ruhig Zeit lassen könnte. Das hat wohl auch ein Zweiter gedacht und den Domainnamen jaydenjames.com für sich registriert. Da hat Britney Spears wohl Pech gehabt.

Anna runzelt die Stirn. Die Idee mit der Fotogalerie gefällt ihr eigentlich ganz gut. Aber sie scheint immer noch nicht überzeugt zu sein. „Ich will aber gar nicht, dass auch Fremde diese Fotos sehen können – man muss ja über eine Suchmaschine nur den Namen „Henry Lasse“ eingeben und kommt so direkt auf die Seite. Da kann ich Anna beruhigen: Kein Problem, du kannst doch den Zugang zu deiner Seite mit einem Passwort versehen. Und das gibst du nur an diejenigen weiter, denen du die Fotos u.ä. zeigen möchtest.

Hmmmm, sagt Anna. Ich glaube, ich habe sie schon fast überzeugt.
Okay, sagt sie, dann lass uns keine Zeit verlieren und loslegen. Was muss ich tun?

Ist ganz einfach, Anna:

1. Schau doch mal unter www.Domain.de nach, ob sein Name noch frei ist. Wenn nicht, dann prüfe doch mal, ob dein Familienname noch zu registrieren ist. Dann kannst du ihm auch gleich die E-Mailadresse henrylasse@nachname.de einrichten.

2. Zwar sind die meisten gängigen Nachnamen bereits registriert, aber es gibt noch zahlreiche Alternativen. Neben der Endung .de, die das Länderkürzel für Deutschland bildet, gibt es noch zahlreiche weitere Endungen, die sinnvoll sind als da wären .com, .info und .net.

3. Sollte sein Name oder dein Nachname unter keiner Endung mehr verfügbar sein, kannst du auch auf den Vornamen und Nachnamen ausweichen, in Form von www.VornameNachname.de. Aber das macht nur dann Sinn, wenn der Name nicht zu lang wird ;-) (Wie gut das Anna keinen Doppelnamen wie z. B. „Leutdörfer-Schnurrenbürger“ hat ;-)

4. Sicherheit sollte nicht zu kurz kommen, denn für Anna verbirgt das Medium Internet noch einige Gefahren: Damit nicht jeder User die Inhalte der Webadresse einsehen kann, belegt sie den Zugang zu der Domain einfach mit einem Passwort. Das kann sie dann an Familie, Freunde und Bekannte weitergeben und so selbst bestimmen, wer die Inhalte sehen darf.

5. Wir sind schon fast fertig, aber eine Sache fehlt noch: Unabhängig von der eigenen Domain kann sie für ihren Nachwuchs auch einfach nur eine E-Mail-Adresse bei einem Freemail-Anbieter anlegen.

Anna ist jetzt doch ganz froh, dass sie die Domain schon registriert hat. Und ich stimme ihr zu: Wahrscheinlich wird es irgendwann mehrere Personen auf der Welt geben, die Henry Lasse heißen. Ist nicht weiter dramatisch. Aber den Domainnamen henrylasse.de gibt es nur einmal auf der Welt. Und der soll Deinem Sohn gehören. Da werden die anderen Henry Lasses ganz schön neidisch sein!

Ich würde meinen Sohn ja gerne Pelle nennen. Pelle.de ist zwar schon belegt, aber das ist nicht weiter schlimm: Der Eigentümer möchte die Adresse nämlich verkaufen – über die Domainhandelsbörse www.Sedo.de. Wenn es soweit ist, werde ich dem Inhaber mal ein Angebot machen. Und wenn ich Glück habe, steht sie dann auch noch zum Verkauf. Sonst habe ich nämlich Pech gehabt.

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