Sport trotz Babybauch erwünscht
Viele Schwangere treiben keinen Sport
(ots) – Ein Großteil der werdenden Mütter in Deutschland legt beim Sport erst mal eine Pause ein. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von “BABY und Familie”. Die Mehrheit der befragten Frauen gibt dort zu, während ihrer Schwangerschaft “gar nicht” (36,2 %) oder “nur sehr selten” (38,2 %) Sport getrieben zu haben. Obwohl Mediziner und Hebammen zu moderatem Sport in der Schwangerschaft raten, waren offenbar die Gesundheitsbedenken oder auch die Bequemlichkeit zu groß. Die meisten Frauen, die trotz ihres Babybauchs überhaupt Sport betrieben, bevorzugten Schwimmen (46,7 %) und Radfahren (26,9 %). Auch Walken (23,4 %) und Yoga (11,7 %) waren beliebt. Ins Fitnessstudio ging hingegen nur jede zwanzigste (5,1 %).
Quelle: Eine Online-Umfrage von “BABY und Familie”, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut panelbiz bei 309 Müttern mit Kindern unter 1 Jahr.
Bewegung tut gesunden Schwangeren gut
Nur 16 Prozent der Schwangeren bleiben im Sportverein oder Fitnessstudio aktiv, berichtet das Apothekenmagazin “Baby und Familie” unter Berufung auf eine Internet-Umfrage der Sporthochschule Köln. Die meisten Schwangeren trauen sich nicht mehr zu als Spazierengehen oder Radeln. Ein Fehler, sagen erfahrene Sportmediziner. Denn Bewegung tut gesunden Schwangeren gut und kann Probleme wie Rückenschmerzen und schwere Beine lindern. Ihr Rat: Keine übertriebenen Ängste, sondern dem eigenen Gefühl vertrauen. Dazu gehört aber auch aufzuhören, wenn der Körper sagt: “Ich brauche eine Pause.”
Schwanger sein und Sport machen?
Die Zeitschrift ELTERN (Ausgabe vom 15.11.2006) beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.
Darf ich oder darf ich nicht? Schwangere sind häufig unsicher, ob sie weiter Sport machen können oder sogar sollen. Die wichtigste Antwort zu diesem Thema lautet: “Ein Marathon mit Bauch muss nicht sein. Aber leichtes Ausdauertraining, auch Joggen – wenn man es gewohnt ist – schadet nicht!”
Ideal für schwangere Mütter sind Sportarten, bei denen das eigene Gewicht nicht getragen werden muss, wie Radfahren oder Schwimmen. Unbedingt zu beachten ist dabei: “Nur wer sich bei der körperlichen Belastung noch unterhalten kann, trainiert richtig. Alles andere ist zu viel!”
Auch Fitnessstudios müssen Schwangere nicht meiden. Unter einer Voraussetzung: Die Übungen müssen anpasst werden. Ab dem vierten Monat ist Workout in der Rückenlage Tabu, denn Anstrengung und das Gewicht des Bauches könnten den Blutfluss zum Baby behindern. Ein weiterer wichtiger Tipp: Um für die Geburt fit zu sein, müssen werdende Mütter nicht in den Kraftraum. Yoga-Übungen, Bauchtanz oder Aqua-Gymnastik bringen den Körper ebenso gut in Schwung.
Das weit verbreitete Gerücht, dass Sportlerinnen eine längere Geburt erwarte, ist übrigens falsch. Das genaue Gegenteil stimmt: Feste, geübte Muskeln helfen dem Baby leichter auf die Welt. Außerdem haben aktuelle Untersuchungen gezeigt, dass trainierte Schwangere ihre Wehen als weniger schmerzhaft empfinden. Der Grund: Ihr Körper schüttet schneller und mehr Endorphine aus – und diese wirken wie ein Schmerzmittel.
Siehe auch:
- So werden Mütter wieder fit
- Bauchfreundliche Trainings-Tipps
- Durch Schwangerschaft zur schlanken Figur
- Fliegen in der Schwangerschaft: anfangs besser nicht!
- Ernährung während der Schwangerschaft