Was Babys sagen, wenn sie brüllen …
Das kleine Schrei-Lexikon
(ots) – Was will unser Baby uns eigentlich mitteilen, wenn es schreit…? Diese Frage stellen sich täglich tausende Mütter und Väter in Deutschland. Die Zeitschrift ELTERN hilft ihnen in der Ausgabe Juli 2007 mit dem “Kleinen Schrei-Lexikon”.
Der Hunger-Schrei
Babys Kohldampf kündigt sich mit einem fordernden Quengeln an, das bald in energisches Schreien übergeht. Beste Reaktion: Überlegen, wann die letzte Mahlzeit war. Brust oder Brei anbieten – und schauen, was passiert!
Der Sehnsuchts-Schrei
Das Baby wacht auf und fühlt sich allein. Meist läßt es einen kurzen “Kontakt-Laut” hören. Wenn dann keiner kommt, geht die Sirene los. – Beste Reaktion: schnell sein und in den Arm nehmen!
Der Müdigkeits-Schrei
Das Baby reibt sich die Augen oder die Nase, es gähnt und meckert… Kann ein Baby trotz extremer Müdigkeit nicht einschlafen, schreit es – und zwar immer dramatischer. Beste Reaktion: abwarten, aber in der Nähe bleiben. Babys ab sechs Monaten schlafen nach einer kurzen Heulphase oft von alleine ein.
Der Stress-Schrei
Das Baby macht den Rücken steif, ballt die Hände, stößt kurze, schrille Schreie aus – es will einfach in Ruhe gelassen werden. Beste Reaktion: sofort Action reduzieren und Lärmquellen ausschalten. Oft hilft das vertraute Bett.
Der Langeweile-Schrei
Das Baby strampelt, rudert mit den Armen. Seine Schreie sagen: “Leute, unternehmt was mit mir!” Beste Reaktion: mit dem Kind reden, seine Mimik und seine Laute nachahmen, aber auch ganz normal sprechen. Die Gesichter und Stimmen von Mama und Papa hat es am liebsten.
Der Schmerz-Schrei
Eindeutig der schrillste und intensivste Schrei-Laut. Beste Reaktion: Wenn es nicht klar ist, genau nachschauen, wo es zwickt. Ob der Po wund ist oder sich womöglich ein Haar um einen Zeh gewickelt hat. Bei häufigen undefinierbaren Schmerz-Attacken zum Kinderarzt gehen!
Schrei nach Liebe
Baby ruhig mal brüllen lassen ist kein guter Ratschlag
Babys, deren Eltern sofort auf das Schreien ihres Kindes reagieren, sind insgesamt friedlicher. Das ist ein Ergebnis der Freiburger Säuglingsstudie unter Leitung von Dr. Joachim Bensel von der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen in Kandern. 103 Mütter berichteten für die Studie in mehreren Protokollen über das Verhalten ihres Kindes in den ersten drei Lebensmonaten. Wie das Apothekenmagazin “Baby und Familie” berichtet, kam heraus, dass Babys, deren Mütter spät oder gar nicht auf Schreien reagierten, wesentlich unruhiger waren und im Durchschnitt eine halbe Stunde länger pro Tag weinten. Den Ratschlag vermeintlich Erfahrener, Säuglinge ruhig einmal brüllen zu lassen, sollten Eltern deshalb besser ignorieren.
Siehe auch:
- Ärztekriterien für Schrei-Babys
- Babys sind so laut wie Jets
- Bauchweh – und jetzt?
- Schrei-Check für gestresste Eltern
- Wichtige Tipps für Mütter und Väter von Schreikindern