So tragen Sie Ihr Baby richtig!
Ob in der Mini-Liege, im Ring-Tuch, Bauchbeutel oder Babysack – ganz nah bei Mama fühlt sich das Baby am wohlsten. Aber verträgt die kleine Wirbelsäule eigentlich das lange Tragen?
Diese und andere drängende Fragen zum Thema beantwortete die
Zeitschrift ELTERN in der Ausgabe vom 17.10.2007.
- Verträgt die Wirbelsäule meines Babys langes Tragen?
Am Anfang haben alle Babys einen Rundrücken – die rundliche Haltung im Tragetuch oder Tragesack kommt den Kleinen also sehr entgegen. Eine gute Tragehilfe liegt eng am Kind an. Sie stützt das Köpfchen, damit es nicht nach hinten wegkippt, wenn das Baby einschläft. Wichtig ist – besonders für die ganz Kleinen – ein breiter, fester Steg zwischen den Babybeinen, der verhindert, dass sie gerade nach unten baumeln. - Bekommt ein Baby, das eng am Körper getragen wird, auch genug Sauerstoff?
Selbst wenn das Baby sein Näschen immer wieder am Körper der Mutter vergräbt, sinkt die Sauerstoffsättigung seines Blutes um höchstens ein Prozent. Dies schadet ihm nicht, sagen Wissenschaftler der Uni Köln, die kleine Traglinge für eine Studie untersucht haben. Die ständige (Mit-)Bewegung am Körper der Eltern regt die Atmung des Babys zusätzlich an. - Hat ein Baby, das viel getragen wird, noch Lust, sich selbstständig zu bewegen?
Kinder sind neugierig. In der erhöhten Trageposition bekommen sie viel Spannendes zu sehen. Das ist die beste Anregung, um irgendwann selber loszulegen: Mit Mimik, Gestik und Bewegungen zeigt das Baby seinen Eltern, wann es loskrabbeln, fühlen, tasten will. Die beste Voraussetzung dafür hat es: Der ständige Bewegungsreiz beim Tragen unterstützt die Entwicklung des Gehirns und schult den Gleichgewichtssinn – gute Bedingungen für kleine Eroberer.
Warum Tragen plötzlich so “in” ist
Mütter und Väter haben entdeckt, dass Tragetücher & Co. das Leben mit Baby leichter machen und jede Menge Bedürfnisse auf einmal erfüllen.
(ots) – Bis Ende der 90er-Jahre waren Baby-Tragetücher ein absolutes Nischenprodukt. Die Wickelei erschien vielen zu umständlich, andere Tragehilfen waren nur wenig bekannt. Jetzt, zehn Jahre später, erleben wir auf Deutschlands Straßen einen regelrechten Trage-Boom, berichtet die
Zeitschrift ELTERN (Heft 3/2009).
Früher war die vorherrschende Meinung: Warum tragen, wenn es Kinderwagen gibt? Heute wollen junge Eltern ganz selbstverständlich beides: Wagen und Tragehilfen. Ulrike Höwer, Leiterin der Trageschule Dresden und selbst Mutter von vier Kindern, in ELTERN: “Mütter und Väter haben gemerkt, dass das Tragen das Leben leichter macht. Es erfüllt jede Menge Bedürfnisse auf einmal: Das Alltägliche, nämlich einfach mal die Hände frei zu haben und ohne sperrige Karre unterwegs zu sein, ebenso wie die tief liegende Sehnsucht nach Verbundenheit und Nähe.”
Dass das Tragen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, merkt man auch daran, dass ein riesiger Markt entstanden ist: eine Vielfalt von Tragehilfen in modernen Designs und auf ganz unterschiedliche individuelle Vorlieben und Ansprüche abgestimmt, dazu jede Menge moderner Accessoires wie Tragecapes, -mäntel und -cover.
Aber wie finden Eltern bei der nahezu unüberschaubaren Auswahl die für ihr Kind perfekte Tragehilfe? Expertin Ulrike Höwer: “Mit einer ganz einfachen Checkliste.
- Sind die Knie des Kindes auf Höhe seines Bauchnabels, wenn es in der Tragehilfe sitzt? Denn das ist die perfekte Trageposition.
- Ist sein Rücken gut gestützt?
- Ist die Tragehilfe für mich als Tragende oder Tragender bequem?
Alles Weitere ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Tragen soll schließlich Spaß machen – und dazu gehört eine Tragehilfe, die einem schlicht richtig gut gefällt.”
Siehe auch:
- Warum heißen Babys eigentlich Babys?
- Buchvorstellung “Baby Blues – ganz schön schwanger!”
- Wintersport mit Baby
- Übungsprogramm “Kinaesthetic Infant Handling”
- Was Babys sagen, wenn sie brüllen …