Babyratgeber: Krabbeln und Laufen
28 km Krabbeln, 900 km Laufen
Experten betonen: Babys körperliche Bewegung ist grundlegend für die motorische und kognitive Entwicklung
Wussten Sie, dass ein Baby im Krabbelalter rund 187 Meter pro Tag auf allen Vieren zurücklegt und dass es ein kleiner Läufer auf täglich rund 9.000 Schritte bringt?
Bis zu seinem zweiten Geburtstag ist ein Baby schon bis zu 28 km gekrabbelt und bis zu 900 km – die Strecke von Frankfurt nach Rom – gelaufen.
Diese erstaunlichen Zahlen veröffentlicht jetzt das Pampers Institut, ein Netzwerk von Experten, das sich allen Fragen rund um Babys Entwicklung widmet. Prof. Annette Karmiloff-Smith, Kinderpsychologin und Expertin des Pampers Instituts, hebt hervor, wie wichtig Babys Bewegung im Alter zwischen 6 und 24 Monaten für die Entwicklung ist: “Krabbeln und Laufen bedeutet für ein Baby nicht nur die Möglichkeit, direkten Kontakt zu den Personen und Dingen in seiner Umgebung aufnehmen zu können. Wenn es sich bei seinen Entdeckungstouren so schnell fortbewegen kann, wie es möchte, ist das eine große Unterstützung für sein Selbstvertrauen.”
Nur mit viel Bewegungsfreiheit geht es schnell voran
Vorwärts soll es gehen – und das am besten so schnell wie möglich. So rät Pat Zapletal, eine der bekanntesten Fitnesstrainerinnen in Österreich und Autorin eines Buches zum Thema Fitnesstraining mit Baby, dass die Eltern möglichst günstige Rahmenbedingungen zur optimalen motorischen Entwicklung des Babys schaffen. Neben viel Wärme und Hautkontakt gehört dazu möglichst uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, was auch bequeme Kleidung und eine gut sitzende Windel wie die Pampers Active Fit einschließt.
Die Pampers Active Fit wurde speziell für alle kleinen Krabbler und Läufer im Alter von 6 bis 24 Monaten entwickelt. Durch ihre extrem dehnbaren Seitenbündchen und das neue “Schnell-Weg-Vlies”, welches die Feuchtigkeit sofort von der zarten Haut des Babys wegleitet, können sich Babys problemlos so schnell fortbewegen, wie sie möchten.
Babys Bewegung: ein Baustein für die gesamte Entwicklung
Renate Zimmer, Professorin für Sportwissenschaft an der Universität Osnabrück und bekannte Expertin für die psychomotorische Entwicklung von Kleinkindern, erläutert weiter: “Bewegung ist gerade in den ersten Lebensjahren ein Motor für die gesamte Entwicklung. Insbesondere im Krabbel- und Kleinkindalter macht das Kind über seine Bewegungen die ersten Erfahrungen von Selbstständigkeit. Schritt für Schritt erobert es seine Umwelt, setzt sich mit ihren Gesetzmäßigkeiten auseinander und lernt, sich auf sie einzustellen.” Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Eltern ihren Teil dazu beitragen, den schnellen Krabblern und Läufern so viele Hürden wie möglich aus dem Weg zu räumen. So können Babys ungestört die neue Welt entdecken!<
Rote Karte für Lauflernhilfen
Babys Füße brauchen Freiheit, um ihre Welt zu erobern
(ots) – Babys brauchen weder bunte Lauflernwägelchen noch möglichst früh feste Schuhe, um auf die Beine zu kommen. Die Lauflernhilfen verursachen jährlich Hunderte, zum Teil schwere Unfälle, und zu früh getragene Schuhe verhindern, dass die Fußmuskeln richtig trainiert werden, berichtet das Apothekenmagazin “Baby und Familie“.
Babys, die oft frei liegend strampeln können, entwickeln auf natürliche Weise ein Bewegungsmuster nach dem anderen: Umdrehen, Vierfüsslerstand, sich hinsetzen und sich an Möbeln oder der Hand eines Erwachsenen hochziehen. So geschieht dies alles, wenn Muskeln und Motorik die entsprechende Reife besitzen. Nach einem bis zu anderthalb Jahren können fast alle Kinder frei laufen. Die Lauflernhilfen sind technisch zwar meistens einwandfrei. Aber: “Durch die Rollen unter den Gestellen erreichen Kinder, auf Zehenspitzen laufend, eine Geschwindigkeit, die sie nicht kontrollieren können”, erklärt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft “Mehr Sicherheit für Kinder” in Bonn. Daraus resultierten die vielen Unfälle.
Bei Schuhen gilt: “Je später, desto besser”, so der Sportwissenschaftler Dr. Wieland Kinz aus Salzburg. Babys sollten viel barfuß sein. Schuhe seien erst nötig, wenn das Kind zu laufen beginne, um die Füße vor Hitze, Kälte und Verletzungen zu schützen.
Schon in den ersten zwei Lebensjahren bewegen sich Kinder zu wenig
Grundstein für Bewegungsarmut von Kindern wird ganz früh gelegt
Das Dilemma ist bekannt: immer mehr Kinder in Deutschland neigen zur Fettsucht, zeigen Koordinationsstörungen oder Störungen der Aufmerksamkeit. Unter den vielfältigen hierfür verantwortlichen Einflüssen ist eine Ursache bisher unterschätzt worden: schon in den ersten beiden Lebensjahren bewegen sich viele Kinder zu wenig oder nicht richtig, betont Professor Dr. Hans-Michael Straßburg von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg, Ärztlicher Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums “Frühdiagnosezentrum” und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin
Rückenlage für Neugeborene
Kinder, so die zentrale Botschaft der Kinder- und Jugendärzte, sollten von dem Neugeborenenalter an auf den Rücken gelegt werden. Damit tragen Eltern nicht nur aktiv zur Vermeidung des plötzlichen Säuglingstodes bei. Aus der Rückenlage heraus sind Säuglinge und Kleinkinder besser in der Lage, sich im Rumpfbereich zu drehen sowie Arme und Beine aktiv zu bewegen. Dadurch können sie sich mit der Zeit auch aktiv durch Festhalten und Abstützen eigenständiger aufrichten und so über das Sitzen und Stehen zum selbstständigen Gehen kommen.
Geh-Übungen nicht sinnvoll
Viele Kinder werden in einengenden Sitzen, Taschen oder Kinderwagen gelagert, oft auf weicher Unterlage und mit einer dicken Decke zugedeckt, so dass die wichtigen Dreh- und Strampelbewegungen im Rumpf verhindert werden. Viele Eltern üben mit ihren Kindern das frühe passive Sitzen oder das Hinstellen in dem Glauben, sie würden damit seine Entwicklung fördern. Besonders das so genannte “Gehfrei” ist in keiner Weise geeignet, die wichtigen Übergangsbewegungen zwischen Sitzen und Stehen aktiv zu üben und stellt darüber hinaus eine große Unfallgefährdung für die Kinder dar, warnt Straßburg. Ebenso sind Gehbewegungen mit Festhalten der Hände für das Erlernen sicherer und harmonischer Bewegungen für Kleinkinder nicht sinnvoll. Auch das längere Tragen der Kinder in Halterungen oder engen Tüchern dient nicht der optimalen Bewegungsentwicklung.
ADHS-Gefahr
All diese gut gemeinten Hilfen für das Kind sind laut Straßburg verantwortlich dafür, dass Säuglinge Übergangsbewegungen nicht richtig erlernen und üben. Der entwicklungsfördernde Rhythmus, der von der Pflege und der Nahrungszufuhr sowie Bewegungsspielen mit den Eltern, selbständigem Spiel des Kindes oder auch regelmäßigen Ruhephasen geprägt ist, gerate so durcheinander. Darüber hinaus werden heute bereits Kleinkinder immer häufiger mit audiovisuellen Medien wie Fernsehen, Videos oder PC-Spielen traktiert, kritisiert Straßburg. Dies gehe eindeutig zu Lasten der Entwicklung, speziell der Förderung sicherer und vielfältiger Bewegungen, der Handgeschicklichkeit und dem aktiven Zusammenspiel mit seinen Bezugspersonen. Eine Folge davon ist, dass Kinder immer unruhiger werden und so Gefahr laufen, später vermehrt am Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zu erkranken.
Verhaltenstipps für selbständige Bewegungen
Um Kindern auch heute wieder einen natürlichen und festen Rhythmus für selbständige Bewegungen zu bieten, sollten die Eltern nach den Erfahrungen Straßburgs folgende Verhaltenstipps beherzigen:
- Bereits ab dem 3. Monat können Säuglinge auf eine Krabbeldecke auf dem Boden gelagert werden, damit sie ihre unmittelbare Umgebung entdecken können. Ab dem 6. Monat eignet sich ein – allerdings ausreichend großes – Ställchen. In dieser Phase ist es besonders wichtig, dass Kinder mit den Händen ihren Körper entdecken, die Füße zum Mund führen oder mit einfachen Gegenständen wie etwa einer Schale hantieren.
- Im zweiten Lebenshalbjahr kommt es darauf an, dass Kinder Sicherheit im Aufrichten, Sich-Abstützen und Hinfallen-Können erfahren und so lernen, sich auch alleine beschäftigen zu können.
- Im zweiten Lebensjahr wird ein Kind immer mehr seine weitere Umgebung entdecken. Möglich ist dies in einem gesicherten Teilbereich der Wohnung, etwa in einem mit einem Gitter gesicherten Zimmer, auf einem Sandspielplatz oder auf einer Wiese.
regelmäßige Schlafzeiten
Reichliche Bewegungsfreiheiten im Bett und das Einhalten regelmäßiger Schlafzeiten tragen ebenfalls zu einer optimalen Entwicklung bei: dazu gehören eine nicht zu weiche Matratze, die Benutzung eines großen Strampelsackes (vor allem nachts) und der Verzicht darauf, Kinder in Seit- und Bauchlage zu betten.
Eltern, so Straßburg abschließend, die dies beachten und bestmöglich umsetzen, unterstützen ihr Kind in seiner autonomen Bewegungsaktivität oder erhöhen die Selbstzufriedenheit. Noch wichtiger: sie leisten damit auch einen vorbeugenden Beitrag, dass bei Kindern künftig weniger Bewegungs- und Ernährungsstörungen sowie Verhaltensprobleme auftreten.
Siehe auch:
- Was die Sitzrichtung im Kinderwagen für die Kindesentwicklung bedeutet
- Windeln und Wickeln
- Baby-Kurse sind vor allem für die Eltern sinnvoll!
- Übungsprogramm “Kinaesthetic Infant Handling”
- Babys gehören nicht vor den Fernseher!