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Rotavirus: Mütter und Väter sind fürs Impfen

Eine große Mehrheit möchte ihre Kinder wirksam vor der Infektion schützen

(ots) – Weniger bekannt als das Norovirus, aber genauso verbreitet ist das Rotavirus, das ebenfalls heftigen Brechdurchfall verursacht: Es befällt vor allem Babys und Kleinkinder, und das macht es gefährlich. Denn so kleinen Menschen setzt der Wasserverlust durch Erbrechen und Durchfall ganz besonders zu. Eine große Mehrheit der Eltern spricht sich jetzt für eine Schluckimpfung gegen das Rotavirus aus, berichtet die Zeitschrift ELTERN in ihrer Ausgabe vom 16. Juli 2008.


Um herauszufinden, wie Mütter und Väter zu einer möglichen Impfung stehen, verteilte das Deutsche Grüne Kreuz im Frühjahr Fragebögen in Frauenarztpraxen. Der gemeinnützige Verein, zu dessen Zielen die Gesundheitsinformation gehört, wollte vor allem wissen, wie hoch werdende Mütter das Erkrankungsrisiko durch Rotaviren einschätzen und ob sie ihr Baby gegen den Durchfallerreger impfen lassen würden.

700 Frauen, von denen 299 zum ersten Mal schwanger waren und 387 bereits Kinder hatten, füllten den Fragebogen aus. Das Ergebnis der Auswertung ist eindeutig: 95 Prozent der Schwangeren halten die Rotavirus-Infektion für eine ernste Erkrankung im Babyalter. Und 88 Prozent möchten ihr Baby dagegen impfen lassen.


TK übernimmt Kosten für Impfung gegen Rotaviren bei Säuglingen

Rotaviren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen. Inzwischen gibt es zwei Impfstoffe, die das in den allermeisten Fällen verhindern. Die Techniker Krankenkasse (TK) übernimmt die Kosten für diese Schluckimpfung, die ab dem Alter von sechs Wochen möglich ist. Die Impfung besteht – je nach Impfstoff – aus zwei bzw. drei Einzeldosen und muss bis zur 24. bzw. 26. Lebenswoche abgeschlossen sein, da die Impfstoffe nur bis zu diesem Alter zugelassen sind. Die Immunisierung soll zwei bis drei Jahre anhalten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Rotavirus-Impfung bisher zwar nicht in ihre Empfehlungsliste aufgenommen, sagt aber, dass Säuglinge, die zum Beispiel in Kindertagesstätten versorgt werden, von der Impfung profitieren könnten. Professor Dr. med. Hannsjörg W. Seyberth, Experte bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, rät: “Eltern sollten sich in jedem Fall vom Kinderarzt beraten lassen, der die individuelle soziale und gesundheitliche Situation am besten beurteilen kann. Sie sollten Nutzen und Risiko abwägen und gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung individuell sinnvoll ist.” Zu den Nebenwirkungen, die von den beiden Herstellern als “sehr häufig” oder “häufig” klassifiziert werden, gehören zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber oder Infektionen der oberen Atemwege.

Da die Rotavirus-Schluckimpfung noch keine reguläre Kassenleistung ist, kann sie in den Arztpraxen nicht über die Krankenversicherungskarte abgerechnet werden. Die Eltern bekommen ein Privatrezept für den Impfstoff, den sie in der Apotheke zunächst selbst bezahlen müssen. Die Kosten werden aber zusammen mit der Rechnung des Arztes von der TK in voller Höhe erstattet. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der TK


Die Rotavirus-Impfung

Viele Krankenkassen erstatten die Rotavirus-Impfung.

(ots) – Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Durchfall-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern in den ersten beiden Lebensjahren. Nachdem sich die Techniker Krankenkasse als eine der ersten, großen Krankenkassen entschlossen hatte, die Rotavirus-Impfung für Säuglinge ab der 7. Lebenswoche zu erstatten, übernehmen nun auch viele andere Kassen diese Schluckimpfung. Eine Liste ist im Internet abrufbar ( www.gesundes-kind.de ), so dass sich Eltern informieren können, ob auch ihre Kasse die Impfung gegen den gefährlichen Durchfall-Erreger erstattet.

Nahezu jedes Kind erkrankt mindestens einmal in den ersten fünf Lebensjahren an einem Rotavirus-bedingten Brech-Durchfall. Das Rotavirus ist hochgradig ansteckend und wird fäkal-oral übertragen. Die Symptome einer Infektion sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Durch Wasser- und Elektrolytverluste kann es zur Austrocknung des Körpers kommen, so dass im schlimmsten Fall eine Krankenhauseinweisung und eine Infusionsbehandlung erforderlich werden. Kinder im Alter zwischen drei und 24 Monaten sind am anfälligsten für Rotaviren. Je jünger das Kind ist, umso höher ist die Gefahr eines schwerwiegenden Krankheitsverlaufs. Es
ist daher sinnvoll, Kinder frühest möglich vor Infektionen mit Rotaviren zu schützen.

Die Schluckimpfung ist bisher keine standardmäßige Kassenleistung. Nur in Sachsen wurde die Impfung gegen Rotaviren im Januar zur Standard-Impfung erklärt. Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt aufgrund der hohen Krankheitslast die generelle Impfung für alle Säuglinge in Sachsen.

Eltern sollten in jedem Fall mit ihrem Kinderarzt über die Rotavirus-Impfung sprechen. Denn die Rotavirus-Erkrankung ist für Eltern und Kind keine Bagatelle.

Es stehen zwei Schluckimpfstoffe zur Verfügung, die ab der vollendeten 6. Lebenswoche gegeben werden können. Der eine Impfstoff wird in zwei Dosen gegeben (bis zur 24. Lebenswoche) und enthält ein abgeschwächtes (und damit nicht krankheitsauslösendes) Virus. Er schützt vor den fünf häufigsten Rotavirus-Serotypen G1, G2, G3, G4 und G9.(3) Bei einem zweiten Impfstoff sind drei Dosen notwendig, wobei die Impfserie bis zur 26. Lebenswoche abgeschlossen sein sollte. Zwischen den einzelnen Impfungen ist bei beiden Impfstoffen ein Abstand von 4 Wochen einzuhalten. Die Impfungen können zusammen mit anderen empfohlenen Kinderimpfungen erfolgen. Der Rotavirus-Impfstoff wird mit Hilfe eines Applikators säuglingsgerecht auf die Zunge geträufelt.

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