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Strategien, wie man Kindern den Schnuller abgewöhnt

(ots) – Da ist man mit dem Kind unterwegs und plötzlich ist das Geschrei groß – der Schnuller ist weg. Dabei hat man schon 1.000 Tricks angewandt, damit der Schnulli nicht verloren geht bzw. nachts leichter gefunden wird, ohne dass man richtig munter werden muss. Stellt sich also die Frage: Brauchen Kinder nur einen Schnuller, um ihre Eltern zu nerven? Stefanie Becker, Chefredakteurin des Apothekenmagazins “BABY und Familie” kennt die wahren Gründe:

Im Grunde ist er eine Art Ersatz für die mütterliche Brust. Er spendet Trost, Geborgenheit, lässt das Baby leichter einschlafen. Nach 2-3 Jahren ist es allerdings Zeit ihn abzugewöhnen, damit sich keine Zahn- oder Kieferfehlstellungen entwickeln können.

Das wird sich nicht so einfach sein. Gibt es bestimmte Strategien, dem Kind den Schnuller abzugewöhnen?

Ja, da kann man zum Beispiel schrittweise vorgehen, indem man ihn erstmal tagsüber abgewöhnt, wenn das Kind ihn also nur aus Gewohnheit braucht, zum Beispiel beim Spielen. Dann kann man ihm den Schnuller sanft aus dem Mund ziehen. Das merkt das Kind meistens nicht einmal, weil es vertieft ins Spiel ist. Und nach und nach gibt man den Sauger in immer weniger Situationen. Und wenn das tagsüber gut klappt, dann kann man probieren, dass das Kind auch ohne Schnuller einschläft.

Und was macht man, wenn es Theater gibt?

Ja, am besten die Nerven behalten und ganz wichtig, konsequent sein. Es ist natürlich ganz normal, wenn man dem Kind etwas wegnimmt an dem es hängt, dass es dann auch quengelt. Man kann dem Kind zum Beispiel dann Alternativen anbieten – etwa ein Kuscheltier oder die Schmusedecke. Und man kann auch versuchen, dem Kind zu erklären, dass es schon groß ist und auch gar keinen Schnuller mehr braucht. Das zieht bei den Kleinen meistens auch ganz gut.

Den Schnuller zu verschenken, ist noch ein weiterer Tipp von BABY und Familie, zum Beispiel an das Elefantenbaby im Zoo und als Dank erhält das Kind dann ein kleines Geschenk.



Der Schnuller soll mitwachsen

(ots) – Je älter das Baby, desto größer sollte der Nuckel sein: “Ein zu kleiner Schnuller kann das Kieferwachstum stören”, sagt die Kinderärztin Dr. med. Claudia Saadi im Apothekenmagazin “BABY und Familie”. Sie rät, immer einen altersgemäßen Schnuller zu verwenden – und dem Kind das Nuckeln im zweiten Lebensjahr langsam ganz abzugewöhnen. Das dauerhafte intensive Saugen und Nuckeln könne auf Dauer generell zu Zahnfehlstellungen, Sprachstörungen und einer Verformung des Kiefers führen. Die Ärztin rät, den Kleinen den Schnuller zunächst nur noch zum Einschlafen anzubieten und ihn bis zum dritten Geburtstag ganz abzuschaffen.


Wie sollte der ideale Baby-Schnuller sein?

Latex oder Silikon – das ist reine Geschmackssache
(ots) Die meisten Kinder lieben ihren Schnulli, Zahnärzte und Kieferorthopäden eher nicht. Weil so ein Sauger – wie der Daumen im Mund – die Zähne in Unordnung bringen kann. Daher sollte er unbedingt kiefergerecht geformt sein, erklärt die Zeitschrift ELTERN (Ausgabe 2/2008).

“Der ideale Sauger übt wenig Druck auf den Kiefer aus, lässt der Zunge genügend Platz und stört das Kind nicht beim Schlucken”, erklärt Dr. Brigitte Blum von der Initiative Kiefergesundheit. Das heißt: Das dicke Ende des Schnullers sollte nach oben gewölbt und die Unterseite möglichst flach sein.

Schnuller-Hersteller bieten zwei unterschiedliche Varianten an: Die asymmetrische Form mit einer Wölbung nach oben und einer Unterfläche, die leicht nach innen gebogen ist – sie wird von vielen Zahnärzten favorisiert. Und die symmetrische Form mit einer leichten Wölbung in beide Richtungen: Wenn das Baby nuckelt, zieht sich der untere Saugteil nach innen. Bei den meisten dieser Modelle ist die vor dem Mund liegende Schnullerplatte ebenfalls symmetrisch. Vorteil: Es gibt kein Oben und kein Unten, das Kind kann den Schnuller nicht verkehrt herum in den Mund stecken, was viele Babys sonst tun.

Nicht zu empfehlen sind Kirschschnuller mit ihrem ballonartigen Saugerteil und relativ dickem Schaft. Dagegen kann über das Material des Schnullers das Baby selbst entscheiden: “Ob Nuckel aus Latex oder Silikon, das ist reine Geschmackssache”, so die Kinderärztin Dr. Gunhild Kilian-Kornell. “Wenn Ihrem Kind ein Sauger überhaupt nicht schmeckt, wird es ihn einfach ausspucken.”

Endgültig Schluss mit dem Schnuller sollte übrigens am zweiten Geburtstag sein – sonst können Zähne und Kiefer tatsächlich dauerhaft leiden.

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