Probleme nach der Geburt
Gefährlicher Trend in Deutschland: Die neuen Mager-Mütter
Schwangerschaft und Geburt sind gut überstanden – aber dann werden ein paar Pfunde plötzlich zum Problem.
Immer mehr Frauen in Deutschland erkranken an “postnataler Anorexie”, berichtet die Frauenzeitschrift WOMAN in ihrer Ausgabe vom 13.6.2006.
“Essstörungen nehmen allgemein zu. Und wir gehen davon aus, dass auch in der Phase während und nach der Schwangerschaft immer mehr Frauen an Essstörungen leiden.” Mit diesen alarmierenden Worten zitiert WOMAN den Vorstandsvorsitzenden des Bundesfachverbandes Essstörungen (BFE e. V.), Andreas Schnebel.
Mediziner unterscheiden zwei Typen der postnatalen Anorexie: Auf der einen Seite gibt es Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft an einer Essstörung litten. Diese Frauen sind oft bemüht, ihre Probleme dem Baby zuliebe zu bekämpfen. Dann gibt es Frauen, die erst während oder nach der Schwangerschaft erste Symptome einer Essstörung zeigen.
Zu den Auslösern der postnatalen (also “nachgeburtlichen”) Essstörung sagt Experte Andreas Schnebel: “Das Leben mit einem Säugling erleben viele Frauen als Kontrollverlust, besonders solche, die sehr perfektionistisch sind und es gewohnt waren, ihr Leben nach ihren Wünschen zu organisieren. Die Wiedererlangung der Kontrolle über den eigenen Körper kann dann zum übermächtigen Wunsch werden. Wenn schon das Leben durcheinander gerät, soll wenigstens der Körper wieder perfekt sein.”
Wenn eine Frau das Gefühl hat, in eine Essstörung hineinzugeraten, sollte sie professionelle Hilfe suchen. So lässt sich klären, ob es sich nur um eine magersüchtige Phase handelt, die häufig auch aus eigener Kraft oder mit geringer Unterstützung überwunden werden kann. Oder ob eine Therapie angebracht ist.
Elternsein verändert Ernährungs- und Kaufgewohnheiten
Gewis-Umfrage: Nach der Geburt eines Kindes wird mehr selbst gekocht, preisbewusster eingekauft und “One-Stop-Shopping” bevorzugt.
Ein Baby verändert die Essgewohnheiten seiner Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Gewis in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Handelskonzerns Wal-Mart Germany. Gravierendste Veränderung: 52 Prozent der befragten Mütter und Väter gaben an, mehr selbst zu kochen als vor dem Familienzuwachs. Rund ein Drittel der Mütter diätet und 17 Prozent mögen bestimmte Lebensmittel seit der Geburt nicht mehr. Den Alkoholkonsum hingegen beeinflusst das Elternsein offenbar nicht: Nur fünf Prozent der jungen Mütter und lediglich drei Prozent der Väter erklärten, keinen Alkohol mehr zu trinken. Immerhin jeder Zehnteernährt sich nach eigenen Angaben aber gesünder, seit das Kind da ist.
Eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Lebensmittel spielt der Kostenfaktor: 85 Prozent der Eltern achten seit der Geburt ihres Kindes mehr auf die Haushaltskasse. Dem gegenüber stehen zwölf Prozent der Befragten, die sich nicht einschränken müssen.
Weitestgehende Übereinstimmung herrscht bei jungen Müttern und Vätern, wenn es um die Frage geht, was ihnen beim Einkauf wichtig ist. Drei Dinge wünschen sich Eltern hauptsächlich: Gute Parkmöglichkeiten (75 Prozent); Geschäfte, in denen es niemanden stört, wenn das Baby auch mal schreit (74 Prozent) und breite Gänge, um mit dem Kinderwagen gut durch zu kommen (62 Prozent)
Mehr als die Hälfte der Eltern kaufen nach eigenen Angaben Lebensmittel und Babynahrung dann auch hauptsächlich in großen Supermärkten oder SB-Warenhäusern ein. Der Einkauf im Reformhaus oder Bioladen beziehungsweise im Laden um die Ecke spielt laut dieser Umfrage nur eine sehr geringe Rolle.
Beliebt ist bei den jungen Eltern hingegen das One-Stop-Shopping: 56 Prozent kaufen am liebsten dort, wo es alles unter einem Dach gibt und bevorzugen den Großeinkauf einmal pro Woche (61 Prozent).
Wal-Mart-Sprecherin Susanne Mueller: “Mit Baby an Bord soll der Einkauf verständlicherweise möglichst bequem zu bewältigen sein. Bei uns finden junge Eltern alles, was sie brauchen.”
Siehe auch:
- Schwanger – Sex erlaubt
- Geburt in Deutschland – die Bestandsaufnahme
- Durch Schwangerschaft zur schlanken Figur
- Informationsprogramm für Schwangere
- Paare streiten häufig nach der Geburt ihres Babys