Von 5. Dezember 2012 Weiterlesen →

Wochenbett-Depressionen lassen sich erfolgreich vorbeugen

(ots) – Stress während der Schwangerschaft könnte mitverantwortlich sein, wenn Mütter nach der Geburt in eine Wochenbettdepression fallen, berichtet das Apothekenmagazin “Baby und Familie”. Zwar beruht die Aussage auf Beobachtungen aus Tierstudien, aber unabhängig davon, ob sich die Ergebnisse nun auf den Menschen übertragen lassen – eine kleine Auszeit schadet bestimmt nicht.


Schutz für Mamas Seele

(ots) – Rund 13 Prozent junger Mütter leiden nach der Geburt unter Depressionen. Zwei Studien zeigen nun, dass es erfolgreiche Vorbeugemaßnahmen gibt, berichtet das Apothekenmagazin “BABY und Familie”. Wenn Mütter nach der Entbindung psychologisch betreut werden, sinkt das Risiko für eine Wochenbettdepression um 40 Prozent. Unterstützende Anrufe von ehemals betroffenen Frauen konnten die Gefahr um die Hälfte reduzieren.


Depressive Stimmungsschwankungen bei Müttern ernst nehmen

Es ist allgemein bekannt, dass ein Baby Glück und Freude bringt. Die Geburt ist gut verlaufen, das Kind gesund, die Mutter glücklich, alles scheint perfekt und alle sind überglücklich. Wirklich alle? Manchmal kommt es ganz anders. Auch wenn Frauen sich gut auf die neue Mutterrolle vorbereitet glauben, können sie nach der Geburt ihres Kindes immer noch völlig von ihren Gefühlen und Emotionen überrascht werden. Anstatt seliger Freude und fröhlichem Mutterglück machen sich mehr und mehr zwiespältige Gefühle und dunkle Gedanken breit und es kommt nicht selten zu einem wahren Absturz vom Gipfel des Hochgefühls ins bittere Tal der Tränen.

Prof. Dr. Stefan Niesert, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Elisabeth-Krankenhauses Essen: “Nach einer Entbindung können bei Frauen unterschiedlich stark ausgeprägte psychische Störungen auftreten, die in drei Kategorien einteilbar sind. Zur ersten Gruppe gehört der so genannte “Baby Blues”, umgangssprachlich auch als “Heultage” bekannt. Dabei handelt es sich um depressive Stimmungsschwankungen, die in den ersten zehn Tagen nach der Geburt auftreten können. Ein harmloses und relativ normales kurzfristiges Tief von dem etwa 50 bis 80 Prozent aller Mütter nach der Geburt betroffen sind. Die Frauen leiden häufig unter Weinattacken und plötzlich auftretender Traurigkeit, Müdigkeits- und Erschöpfungszuständen und Stimmungsschwankungen, können aber trotzdem ihren normalen alltäglichen Verpflichtungen nachgehen. Die Gründe dieses seelisch-körperlichen Ungleichgewichtes sind vielfältig und individuell verschieden: Zum einen sind die Frauen von der Geburt noch verletzlich, mit den neuen Lebensumständen konfrontiert und haben möglicherweise ein schmerzende Naht. Zum anderen erfolgt der Milcheinschuss und die hormonelle Umstellung im Organismus der Frau nach der Geburt tut ihr übriges. Hier helfen vor allem Verständnis, Zuwendung und Geduld die kurze Krise zu bewältigen.”

Mehr als Baby Blues

Der “Zustand” mit Stimmungsschwankungen und Heulattacken ist meist nach wenigen Tagen wieder vorüber. Wenn sich die Beschwerden jedoch verschlimmern und nach etwa zwei Wochen nicht verschwunden sind, könnte sich auch eine schwerwiegendere Depression entwickelt haben. “Zur zweiten Kategorie gehört die Wochenbettdepression oder auch postpartale Depression, kurz PPD genannt”, so Prof. Niesert. “Abgeleitet vom lateinischen post nach und partus Geburt oder Entbindung. Das charakteristische an dieser Depression ist, sie kann jederzeit, sogar noch bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten.

Die schwerste Form der psychischen Erkrankungen nach einer Entbindung ist die Wochenbettpsychose. Sie kann manisch, depressiv, schizophren oder als Mischform auftreten. Die Übergänge vom Baby Blues zur manifesten Psychose sind fließend. Verschiedene Faktoren können bei postpartalen Depressionen und Psychosen nach der Entbindung eine Rolle spielen.

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