Wie sich Kinder auf das Liebesleben auswirken
(ots) – “Inwiefern hat sich Ihr Sexualleben verändert, seit Sie Kinder haben?” Diese Frage hat die Zeitschrift ELTERN in einer repräsentativen forsa-Umfrage 1.000 Frauen und Männern mit mindestens einem Kind zwischen ein und sechs Jahren gestellt. Zentrale Ergebnisse der Studie:
Glücklich: Mehrheit aller Eltern zufrieden mit Liebesleben und Partnerschaft
Junge Eltern sind insgesamt mehrheitlich zufrieden mit ihrem Liebesleben (57 Prozent). 40 Prozent der Befragten meinen, der Sex sei genauso wie früher, 17 Prozent empfinden ihn sogar als erfüllender. Besonders positiv erleben junge Frauen zwischen 16 und 29 Jahren den Geschlechtsverkehr nach der Geburt ihres Kindes.
Außerordentlich zufrieden sind die jungen Eltern auch mit ihren Partnerschaften. Die Hälfte der Befragten findet ihre Beziehung “gut”, obwohl ihnen der Alltag manchmal ganz schön zusetzt. 29 Prozent schätzen ihre Beziehung sogar als “sehr gut” ein.
Wochenbett: eher sexfreie Zone
Schon während der Schwangerschaft haben werdende Eltern deutlich weniger Sex als kinderlose Paare. Nur noch zwölf Prozent aller Befragten schlafen mindestens zwei bis dreimal in der Woche miteinander, ein knappes Drittel (30 Prozent) noch ein oder zwei Mal pro Woche. Nach der Geburt schlafen 65 Prozent der Mütter und Väter erst nach knapp zwei bis sechs Monaten wieder miteinander, nur 15 Prozent haben schon in den ersten sechs Wochen Lust. Insgesamt pendelt sich die Frequenz mit Baby im Haus auf einem deutlich niedrigeren Niveau ein: Vorher hatten 80 Prozent der Paare mindestens einmal in der Woche Sex, 44 Prozent ein oder zwei Mal die Woche, 37 Prozent öfter. Nach der Geburt ihres Kindes schlafen 39 Prozent der Paare etwa zwei Mal im Monat miteinander, knapp ein Drittel (32 Prozent) ein oder zwei Mal die Woche, 13 Prozent häufiger. Die Erfüllung partnerschaftlicher Bedürfnisse wird mit dem ersten Kind schwieriger: Knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) ist sogar der Meinung, dass das Sexualleben unter Kindern mehr leide als unter Stress im Beruf.
Lustkiller: Alltagsstress und Müdigkeit
Hauptgrund für die mangelnde Lust auf Sex ist die gestiegene Belastung im Kinderalltag: 64 Prozent der Befragten fühlen sich einfach zu müde, um mit ihrem Partner zu schlafen, das gilt besonders für Frauen (72 Prozent, Männer: 55 Prozent). Auch Eltern von Kindern zwischen drei und vier Jahren (73 Prozent) und Teilzeiterwerbstätige (79 Prozent), zu denen überwiegend Frauen zählen, stresst die Alltagsbelastung überdurchschnittlich. Hier zeigt sich die Doppelbelastung teilzeiterwerbstätiger Frauen, die Job und Kind gut unter einen Hut bekommen wollen. Andererseits gelingt es gut einem Viertel der Befragten (27 Prozent) sich regelmäßig Zeit zu zweit zu nehmen. 20 Prozent meinen, dass sich immer eine Gelegenheit für spontanen Sex finden lasse, 21 Prozent nutzen den Mittagsschlaf des Nachwuchses oder andere “Kinderpausen” für die Liebe, drei Prozent der Paare vereinbaren feste Termine.
Arbeitsteilung im Haushalt macht an
Positiv wirkt sich die Aufteilung der im Haushalt anfallenden Aufgaben aus. 20 Prozent der Mütter und Väter, die sich die Arbeit zu Hause teilen, haben mindestens zwei bis drei Mal pro Woche Lust aufeinander. Von den Paaren, bei denen nur einer zuständig ist für Hausarbeit und Kinderalltag, schlafen nur elf Prozent so häufig miteinander.
Repräsentative telefonische Befragung von 552 Müttern und 448 Vätern mit mindestens einem Kind zwischen 1 und 6 Jahren in Deutschland. Befragungszeitraum: März 2010, Institut: forsa.
- Detaillierte Ergebnisse der Untersuchung (Eltern.de)
Siehe auch:
- Kind und Karriere – so geht es!
- Kinderlose Paare sind ähnlich zufrieden wie Eltern
- Schwanger – Sex erlaubt
- Wie Deutschlands Babys schlafen
- Jungen sind zufriedener mit ihren Vornamen als Mädchen
Seit neun Jahren kommen wir mit höchstens fünf Stunden Schlaf insgesamt aus – wie man das durchhält? Man wird zum Überlebenskünstler, wenn man Eltern wird …
oder große schwester…